In einer groß angekündigten Aktion hat Körperwelten-Aussteller Gunther von Hagens nun doch noch das umstrittene Plastinat-Pferd, allerdings ohne Reiter, aus der Goldfolie ausgewickelt.
Mit einem Trick versucht "Körperwelten"-Organisator Gunther von Hagens das gerichtliche Ausstellungsverbot des Plastinats "Scheuendes Pferd mit Reiter" zu umgehen.
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Er enthüllte am Freitag bei der Münchner Ausstellung lediglich das Tier. Das darauf sitzende menschliche Plastinat blieb unter einer Goldfolie verborgen. Hagens sagte, er habe dieses Vorgehen "ausführlich von Juristen prüfen lassen".
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die Verhüllung des Pferd- und-Reiter-Plastinats zur Voraussetzung für die Genehmigung der umstrittenen Leichenschau gemacht. Die Richter argumentierten, die Verbindung von Mensch und Tier würde gegen die Menschenwürde verstoßen. Zudem zweifelten sie am Lehrcharakter des Ausstellungsstückes.
Die Stadt München hatte vor den Enthüllungsaktion angekündigt, "mit Augenmaß" auf die neue Provokation Hagens zu reagieren. Ein Vertreter des Kreisverwaltungsreferates (KVR) war vor Ort im Ausstellungsraum. Am Nachmittag wollte die Behörde entscheiden, ob sie Maßnahmen ergreifen wird.
Die "Körperwelten"-Ausstellung gastiert noch bis 17. August im ehemaligen Olympia-Radstadion. Bislang haben rund 600.000 Menschen die Münchner Leichenschau besucht. Nächste Station wird nach Aussage Hagens entweder Stuttgart oder Hamburg sein.
Er warte derzeit auf einen Bescheid des Ordnungsamtes Stuttgart. Am Montag werde es ein Gespräch mit der Stadtverwaltung geben. Die Entscheidung will der umstrittene Ausstellungsmacher vom "Kleingedruckten" abhängig machen. Eine Zensur wie in München werde er nicht mehr hinnehmen.
(sueddeutsche.de/ddp)
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