Von Interview: Birgit Ackermann

Die Sportfreunde Stiller besuchen die wichtigsten Pop-Musikbühnen Münchens.

Ihre Arbeitsstätte sind Musikbühnen. Auf 20 verschiedenen Bühnen im Raum München haben sich die "Sportfreunde Stiller" sich seit Ende 1996 hochgegespielt.

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Flo, Rüdiger, Peter: Die Sportfreunde Stiller (© Heddergott)

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Jetzt sind sie mit ihrer neuen LP "Die gute Seite" auf Platz 6 in der deutschen Hitparade aufgestiegen. Die Platte klingt wie einer ihrer besten Auftritte: Alternative-Pop-Rock mit feinen deutschen Texten. Für uns lassen Peter (Gitarre), Rüdiger (Bass) und Flo (Schlagzeug) Revue passieren, wie es sich anfühlt, auf den meistgenutzten Münchner Popmusik-Bühnen aufzutreten.

Feierwerk

Peter: Hier war unser allererstes München-Konzert. Wir waren Vorband.

Flo: Später stellten wir fest, dass Rüdiger uns damals gesehen gesehen hat. Noch bevor wir uns kennen gelernt haben, weil wir einen neuen Bassisten brauchten.

Rüdiger: Ich habe damals das erste Mal gesehen, wie ein Mädel seinen Büstenhalter auf die Bühne schmeißt. Später erst musste ich erfahren, dass sie gekauft worden war.

Peter: Die war nicht gekauft. Das Feierwerk ist super, weil du auch als unbekannte Band die Möglichkeit hast zu spielen. Wo anders würdest du noch nirgends reinkommen. Und man kriegt sogar ein bisschen Geld.

Flo: Jeder bekam 20 Mark Essensgeld. Ich bin kein Fan vom Feierwerk als Örtlichkeit, weil es nicht schön ist innen. Das ist schade. Und die Bühne ist viel zu tief - da sieht man als Publikum zu wenig für sein Geld.

Rüdiger: Aber es gibt noch viel abgerissenere kleine Löcher in ganz Deutschland.

Peter: Hier haben wir uns zum ersten Mal gefühlt wie die Helden - unser größter Auftritt bis dato.

Peter: Ich glaube, dass der Weg einer jeden Münchner Band einfach über das Feierwerk läuft. Für uns aus Germering war es auch sehr cool: Ein Konzert in München.

Substanz

Peter: Im Substanz waren wir am 8. Januar 1998. Zum ersten Mal war auch ein Fernsehteam dabei. Wir waren sehr aufgeregt, ich im grünen Hemd, durchgeschwitzt. Das Substanz ist cool, weil es ein Rockerschuppen ist und nichts von einer Jugendzentrum-Atmosphäre hat. Es ist etabliert.

Flo: Unser erstes ausverkauftes Konzert war hier im Substanz.

Peter: Ich geh gerne hier und da mal ins Substanz. Einmal hab ich bei der Verlosung eine Blur-Jeansjacke gewonnen.

Rüdiger: Übrigens, die Jacke hat mir der Peter geschenkt und danach wieder zurückgefordert.

Peter: Ich hab sie dir nur geliehen. Der Backstage-Raum ist unten im Keller, und man muss sich vor dem Auftritt durch die Menge quetschen, um auf die Bühne zu kommen. Das war mein erstes Erlebnis von Massen. Unglaublich.

Flo: Damals war uns alles egal; wir haben noch mehr mit unserem Gehabe als unserer Musik bestochen.

Kunstpark Ost

Peter: Im Colosseum waren wir Support von Green Day. Das war Wahnsinn. Zum ersten Mal sind im ganz großen Stil zu unseren Liedern Leute gesprungen.

Rüdiger: Im Colosseum war es für mich die Wahnsinnsvorstellung, in einer Halle zu spielen, in der man auch Fußball spielen könnte. Früher war es so: Wenn die Instrumente auf der Bühne waren, hatten wir schon fast keinen Platz mehr.

Flo: Nur die Säulen sind schlecht, die stören die Sicht.

Peter: Der Sound ist auch schlecht.

Flo: Im Metropolis haben wir zur Fußball-WM gespielt.

Peter: Es klingt super dort. Und ich finde es rundum total angenehm. Auch für das Publikum. Man sieht und hört gut.

Rüdiger: Das war das erste ganz große Konzert, das wir gegeben haben.

Rüdiger: Das Metropolis ist großartig für Konzerte, man sieht von jedem Punkt aus ganz toll auf die Bühne. Und neben dem super Sound gibt es ganz super Licht. So ist es auch in der Muffathalle.

Rüdiger: Vieles im Kunstpark sind ja Mehrzweckhallen. Im Colosseum gibt es auch noch eine Erotikmesse.

Flo: Eines muss man unbedingt sagen: Jede Bühne ist so gut, wie die Band, die darauf spielt. Und ganz viele tolle Bands kommen aus München. Gut das sich München zu Wort meldet und die Gitarren aufreißt.

Rüdiger: Big Jim, Emil Bulls, Blumentopf . . .

Flo: . . . Münchner Freiheit, Spider Murphy Gang. Im Techno Bereich sind DJ Hell, Tom Novy, Tomcraft groß.

Theatron

Peter: Vergangenes Jahr sind wir im Theatron unangekündigt als Ersatzband eingesprungen.

Flo: Da haben wir zum ersten Mal etwas Neues von unserer Platte gespielt. Zum Beispiel "Ein Kompliment", unsere aktuelle Single. Das war zum Glück alles gut, denn beim ersten Auftritt dort vor drei Jahren haben wir viele Lieder gespielt und erst dabei gemerkt: Die dürfen wir nie, nie wieder spielen. Zum Beispiel "Bernies Bus" und "Der Spezialist".

Peter: Das Theatron ist super, wenn du einen schönen Tag erwischt. Dann ist es ein Traum, da sind bis zu 8000 Leute da.

Rüdiger: Das ist wirklich herrlich, Sonnenuntergang inklusive.

Flo: Nach dem Konzert verkauft man dort auch CDs, wir haben 300 verkauft, aber unser Manager hat den Geldbeutel aus Versehen aufs Autodach gelegt, und so haben wir alles wieder verloren.

Backstage

Peter: Ich find's eine tolle Bühne, es ist nur ein bisschen düster.Die kleinere Halle Aluminium ist auch gut. Man kann nicht einschätzen, wie der neue Standort wird. Hier ist die Anbindung an die S-Bahn Donnersbergerbrücke mit einer Minute Fußweg zur Halle halt perfekt.

Rüdiger: Das Backstage ist eine Institution in München. Als Treffpunkt der alternativen Szene sehr wichtig. Und das "Free und easy festival" jeden Sommer ist super.

Club 2 & Atomic Café

Rüdiger: Beides super schöne Clubs.

Peter: Sehr viel Flair. Da kann man halt gute Konzerte anschauen für wenig Geld von jungen, aufstrebenden Bands.

Flo: Im Club 2 finde ich die Bühne ein bisserl zu klein.

Peter: In der Größe passt eben keine ein Meter hohe Bühne rein.

Rüdiger: Ich finde es super, dass da auch bekannte Bands spielen, wie Superpunk oder Notwist. Ist auch toll, dass es etwas in dem Eck beim Club 2 gibt außer dem Kunstpark. Und dass das Atomic direkt in der Innenstadt liegt.

Flo: Ins Atomic gehen wir auch so hin.

Circus Krone

Peter: Am 7. Mai treten wir dort zum ersten Mal auf.

Rüdiger: Das ist echt ein großer Traum von uns, im Zirkus Krone zu spielen.

Flo: Es ist es was ganz besonders, "we are number one", sagt dieser Ort.

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