"Um das Recht durchzusetzen, ist manchmal Zwang nötig": Der Polizei-Vizepräsident hält das harte Vorgehen gegen einen Griller am Feringasee für verhältnismäßig.
Münchens Polizei-Vizepräsident Robert Kopp stellt sich nach dem umstrittenen Einsatz von USK-Kräften am Feringasee gegen einen "wilden Griller" vor seine Beamten. "Solche Bilder sind natürlich nicht schön", räumt Kopp ein. Dennoch hält der Polizei-Vizepräsident die Vorgehensweise seiner Beamten für gerechtfertigt. "Der Mann griff bei der beabsichtigten Personalienfeststellung einen Beamten an. Deshalb brachten ihn die Polizisten zu Boden, um ihn zu fesseln. Dabei hat er sich massiv gewehrt und einen Beamten verletzt."
Mit einer Videokamera filmte die Polizei ihren Einsatz am Feringasee. (© Foto: oh)
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Polizei-Vize Robert Kopp beobachtet generell eine "gewisse Normenerosion": "Polizeiliche Anordnungen werden nicht mehr so akzeptiert wie früher."
Der Vorfall ereignete sich am 10. April 2009: Ein 46-jähriger Münchner grillte mit seiner Familie am Feringasee. Dort gibt es ausgewiesene Grillzonen und Bereiche, in denen offenes Feuer untersagt ist. In letzterem stand Jan A. mit seinem Grill. Beamte der Inspektion Ismaning, die angehalten sind, das Grillverbot zu überwachen, ließen den verbotenen Bereich über Lautsprecherdurchsagen räumen. "Viele Leute haben sich daran gehalten, einige Personengruppen aber nicht", sagt Kopp.
Daraufhin habe man Unterstützung angefordert. Und zu diesem Zeitpunkt sei keine andere Einheit als das Unterstützungskommando (USK) zur Verfügung gestanden. Diese Beamten werden hauptsächlich bei Demonstrationen oder Fußballspielen eingesetzt, wo die Polizei mit einem gewissen Gewaltpotential rechnet. "In diesem Fall aber", sagt Kopp, "waren die zehn USK-Beamten als ganz normale Sicherheitsstreife eingesetzt."
Schließlich sei die Grillverbotszone geräumt gewesen - bis auf fünf uneinsichtige Gäste. Von diesen habe man die Personalien verlangt, um sie mit einer Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit zu belangen, was ein Bußgeld von 100 Euro nach sich zieht. Jan A. habe nun behauptet, sein Ausweis liege im Auto. Zwei USK-Beamte begleiteten ihn zum Parkplatz.
Auf dem Weg dann sagte der 46-Jährige, er habe den Personalausweis doch in der Hosentasche, wolle ihn aber nicht vorzeigen. Daraufhin hätten die Beamten eine Durchsuchung angekündigt und dem Mann an die Tasche gegriffen. Der 46-Jährige habe aber die Hand weggeschlagen, den Beamten geschubst und mit der Faust gedroht. "Das ist nicht in Ordnung", sagt Kopp.
Jan A. wird zu Boden gebracht, Kopf und Hals liegen auf einer Bordsteinkante. Auf dem Video windet er sich, stöhnt vor Schmerzen und versucht, der Umklammerung zu entgehen. "Der Mann war sehr kräftig und hat sich erheblich gewehrt", meint Robert Kopp. Zwei Beamte hätten ihn nicht bändigen können, deshalb seien weitere USK-Kräfte hinzugekommen.
War ein Einsatz an einem Badesee in dieser Schärfe noch verhältnismäßig? Robert Kopp sagt, dass auch ein Streifenbeamter in so einer Situation versucht hätte, den Mann zu fixieren. Von USK-Beamten werde neben Fitness auch Besonnenheit verlangt, "psychologisches Training und Konfliktmanagement gehören zur Grundausbildung. Die USK-Beamten müssen Profis sein."
Natürlich könne er bei einer Behörde mit 7000 Beschäftigten nicht für jeden Mitarbeiter die Hand ins Feuer legen. Von seinen Beamten erwartet Kopp, dass sie "höflich und korrekt" vorgehen. "Um das Recht durchzusetzen, ist manchmal auch unmittelbarer Zwang nötig", sagt Polizei-Vizepräsident Robert Kopp.
(SZ vom 18.12.2009/sonn)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Die neueste Antwort
Zitat Robert Kopp: "Um das Recht durchzusetzen, ist manchmal auch unmittelbarer Zwang nötig"
und damit:
q.e.d.
1. Die USK ist als Prügeltruppe bekannt, berüchtigt und gefürchtet.
2. Das ist von der Politik und der USK-Führung so gewollt.
3. Ihr Vorgehen soll im Dunkeln bleiben, deshalb auch keine Kennzeichnung.
4. Widmeyer und seine ´schwarzen Sheriffs sind weg; da ist Ersatz dringend nötig.
5. Es war insofern nur konsequnet, einen Griller für unbotmäßiges Verhalten mal richtig ran zu nehmen.
6. Das Verhalten der Truppe hängt natürlich am Willen der Führung, was sonst?
7. Also: Richtig argumentiert, Herr Kopp.
Das die USK, eine Spezialeinsatztruppe die normaler weise zuständig für die nationale Terrorismus Bekämpfung ist, auf einen Falsch-Griller angesetzt wurde, zeigt doch bereits die unangemessene Handlung deutlich auf.
Das ganze wird doch erst richtig für die Bevölkerung schlimm, wenn man sehenden Auges beobachtet, dass die weiteren Instanzen, Staatsanwaltschaft und Richterschaft versagen und ein solches Verhalten auch noch decken.
Ob ein Student mit 16 Polizeikugeln durchsiebt wird oder ein Falschgriller zusammengeprügelt wird, total egal unsere Polizei und Justiz handelt nach Recht und Gesetz.
Einige finden es gut bzw. für angemessen, das die Polizei und Justiz auf seine Bürger einschlägt wo es gerade geht. Ich finde es schlicht abscheulich.
Man sollte die verantwortlichen Beamten für 3 Jahre hinter schwedische Gardienen schicken.
Der eine oder andere fragte nach einem Video.. Es gibt ja ein POLIZEI-Video, welches auch bei Gericht vorgelegt wurde, nur fehlt da genau die fraglich Situation wo der Wildgriller angeblich den Polizisten angeriffen haben soll. Um genau zu sein 6 Sekunden fehlte, SZ berichtete..
Da kann ich mich dem Vorwurf an die beamten, dass Ganze provoziert zu haben nicht erwehren.. Oder vielleicht hat es sich sowieso ganz anders abgespielt..!? Solange die Polzei Ihr Videomaterial fäschen kann wie sie will und die Beamten sich gegenseitig decken, werden wir die Wahrheit noch erfahren..
Ein anderes Beispiel..
Komme in meiner Pause an der Studentendemo auf der Ludwigstr.vorbei, ein Paar Studenten setzen sich auf die Kreuzung Ludwigstr/Von-der-Tann-Str und blockieren die Kreuzung.. Irgendwann steht alles wieder auf und geht weiter.. Das 'Aufstehen' ist wohl einem Beamten nicht schnell genug gegangen, er steigt aus seinem Kfz aus, reißt den jungen Mann auf, schubst ihn weg und wirft ihm seine Tasche hinterher.. Ist das verhältnismaßig, frage ich..? Es waren eh alle im Aufbruch..
Und da ja unsere Polizei wegen der Vermeidung des Generalverdachts keine Nummern auf der Uniform hat, lässt der sich dann auch nicht indentifizieren.. Ansonsten hätte ich dem jungen mann gerne als Zeuge für eine Dienstaufsichtbeschwerde zur verfügung gestanden..
Vorderung, Ident.-Nummern für alle Beamten..
Paging