Anders als bei den stationären Überwachungssystemen in den Bahnhöfen werden die Aufnahmen der Abteil-Kameras jedoch nicht live in die Leitstelle übertragen. "Die Datenmenge wäre zu groß", betont Pedall.
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Pedall appelliert aber auch ausdrücklich an die Fahrgäste, keine Scheu vor dem Betätigen der Notrufanlagen zu haben, die sowohl in den Stationen als auch in sämtlichen Zügen (neben den Türen) installiert sind. Es sei besser, den Alarm "auch in Zweifelsfällen auszulösen, als nichts zu tun".
Beim Betätigen des Notrufs in den Bahnhöfen wird übrigens in der Leitstelle automatisch die entsprechende Videoüberwachung zugeschaltet, der Anrufer erhält also eine gewisse Rückendeckung. Pedall empfiehlt Zeugen wie Opfern von Übergriffen, stets "Öffentlichkeit herzustellen" - auch dafür könne der Notruf dienen.
Kritik der "Aktion Münchner Fahrgäste", das bei Betätigen des Notrufs einsetzende Tuten zerre jeden Helfer erst recht ins "Visier der Täter", weist die MVG zurück. Die Erfahrung zeige, dass die damit erreichte Aufmerksamkeit auch der übrigen Fahrgäste eine abschreckende Wirkung auf die Täter habe.
Nach Auslösen eines Notrufs dauert es Pedall zufolge normalerweise "drei bis fünf Minuten", bis eine Streife der U-Bahn-Wache vor Ort sein kann. Die Doppel-Streifen - tagsüber sind acht bis neun, in den Abend- und Nachtstunden 14 im U-Bahn-Netz unterwegs - stehen in direktem Funkkontakt mit der Leitstelle, die daher stets den Aufenthaltsort der Sicherheitskräfte kennt.
Um nicht vom Fahrplan der U-Bahn abhängig zu sein, stehen für Notfälle an der Oberfläche Autos bereit. Die U-Bahn-Wache wurde in den vergangenen Jahren immer wieder aufgestockt. Aus den 50 Sicherheitskräften des Jahres 1989 sind Pedall zufolge inzwischen 124 geworden.
Unterdessen geht der politische Streit über die Konsequenzen aus den Übergriffen auch im Münchner Rathaus weiter. Während die CSU-Fraktion die "schnellst mögliche" Abschiebung krimineller Ausländer forderte, riefen SPD und Grüne zur Besonnenheit auf.
Auch im Wahlkampf müsse dieses Thema sachlich diskutiert werden, so die SPD. Die Grünen warnten davor, dass rechte Organisationen wie die "Bürgerinitiative Ausländerstopp" zu Nutznießern der aufgeregten Debatte werden könnte.
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(SZ vom 03.01.2008)
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