Polizei Ermittler heben Waffenarsenal bei Razzien aus

  • Die Polizei durchsucht sieben Wohnungen in Stadt und Landkreis München, Rosenheim, Miesbach und Bad-Tölz Wolfratshausen.
  • Dabei wurden Kalaschnikows, Maschinenpistolen, diverse weitere Waffen und Tausende Schüsse Munition gefunden.
  • Eine Spur führt ins rechte Lager.
Von Martin Bernstein

Es war ein ganzes Waffenarsenal, das Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) zusammen mit Spezialkräften vor knapp zwei Wochen in insgesamt sieben Wohnungen in Stadt und Landkreis München sowie in der Region zwischen Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen aushoben. Die Razzia, bei der auch eine Wohnung in Obergiesing durchsucht worden sein soll, ist erst jetzt bekannt geworden.

Die Männer, die die Waffen horteten, sind offenbar nicht einfach nur Waffennarren: Die Staatsanwaltschaft Traunstein wirft ihnen Handel mit illegalen Waffen, Kriegswaffen und Munition vor. Außerdem führt eine Spur nach SZ-Informationen möglicherweise ins rechte Lager. Die Staatsanwaltschaft Traunstein, die die Federführung in dem Fall hat, hat das am Montag jedoch noch nicht bestätigt.

Fünf Männer wurden vorläufig festgenommen

"Zwei der zu durchsuchenden Wohnanwesen waren so weiträumig, dass die Durchsuchung zwei Tage in Anspruch nahm", meldete das LKA. Die konzertierte Aktion richtete sich nach Auskunft aus dem LKA gegen sechs Männer, fünf davon wurden vorläufig festgenommen.

Alle Verdächtigen sind deutsche Staatsbürger und zwischen 27 und 76 Jahre alt. Sie wohnen in den Landkreisen München, Rosenheim und Wolfratshausen, der älteste von ihnen im Raum Miesbach. Zwei der Beschuldigten sollen vor Jahren wegen rechter Propagandadelikte aufgefallen sein, ist aus anderen Quellen zu erfahren.

Generalbundesanwalt kündigt Härte gegen rechtsextreme Straftäter an

Der oberste deutsche Strafverfolger will künftig unter anderem die Ermittlungen an sich ziehen, wenn es vor Flüchtlingsunterkünften zu "pogromartigen Szenen" kommt. mehr ...

Sturmgewehre, Maschinenpistolen, Revolver: Das Arsenal ist eindrucksvoll

Die im Verlauf des Einsatzes vorläufig festgenommen Personen wurden nach Angaben des LKA bereits am 28. Januar dem Ermittlungsrichter beim Landgericht Rosenheim vorgeführt. Dieser erließ gegen drei der Beschuldigten Haftbefehl. Die drei Männer im Alter von 31, 51 und 53 Jahren befinden sich laut LKA-Mitteilung vom Freitag mittlerweile in Untersuchungshaft in verschiedenen Justizvollzugsanstalten. Zwei weitere Beteiligte wurden gegen Auflagen zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt.

Das Arsenal der bei der Razzia gefundenen illegalen Waffen ist eindrucksvoll: Sichergestellt wurden zwei Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow, eine Maschinenpistole vom Typ Steyr Daimler-Puch, drei Langwaffen, acht Pistolen, ein Revolver sowie mehrere Tausend Schuss Munition.

Neben den illegalen Waffen wurden auch noch zahlreiche legale Waffen und Munition gefunden. "Da für diese Waffen eine Erlaubnis vorgelegt werden konnte, kann wegen deren Besitz strafrechtlich kein Vorwurf erhoben werden", so die Ermittler des LKA. Die legalen Waffen und Munition würden nach Sichtung und Prüfung durch das LKA den Waffenbehörden bei den jeweils zuständigen Landratsämtern übergeben.