Plan für neue Großmarkthalle Umzug in Untersendling

Weil die Großmarkthalle in Untersendling stark sanierungsbedürftig sind, plant Kommunalreferentin Friderich einen Neubau. Die Finanzierung des Umbaus ist noch umstritten.

Von Jan Bielicki

München soll eine neue Großmarkthalle bekommen. Kommunalreferentin Gabriele Friderich möchte dem Stadtrat jedenfalls im März vorschlagen, einen solchen Neubau neben die alten, zunehmend maroden Hallen auf das Untersendlinger Marktgelände zu stellen. Es sei "das schlaueste Modell", die Händler in eine moderne Halle umziehen zu lassen und danach die stark sanierungsbedürftigen Marktgebäude umzubauen, erklärte Friderich der Süddeutschen Zeitung.

Ob es dazu tatsächlich kommen wird, hängt jedoch vom Geld ab. Denn noch ist völlig unklar, wie viel genau ein Um- und Neubau der Hallen kosten und wer ihn bezahlen wird. Sicher ist nur, dass auf alle Fälle viel Geld in Hallen gesteckt werden muss. "Im jetzigen Zustand ohne grundlegende Sanierung", so ließ die Werkleitung der stadteigenen Markthallen den Stadtrat bereits im Sommer wissen, sei deren Nutzung "noch höchstens fünf Jahre" aufrechtzuerhalten - geschätzte Kosten der notwendigen Reparaturen: mindestens 125 Millionen Euro.

Der Umzug der Großhändler in einen Neubau würde zwar gewiss nicht weniger kosten. Er hätte jedoch den Vorteil, dass der Verkaufsbetrieb nicht durch Sanierungsarbeiten lahmgelegt würde und dann in einem auf die Bedürfnisse des Handels exakt zugeschnittenen Neubau weitergehen könnte. Die denkmalgeschützten Strukturen der Halle I könnten nach Auszug der Händler dann ungestört saniert, die benachbarten Hallen niedergerissen und an ihrer Stelle neue Gebäude errichtet werden.

Anschließend könnten die im ehemaligen Viehhof nördlich der Bahngleise untergebrachten Feinkosthändler in diese sanierten Bauten umziehen - und die Stadt könnte das attraktiv gelegene Viehhofgelände für viel Geld an Bauträger verkaufen. So weit Friderichs Plan, den sie allerdings ausdrücklich nur als Teil eines Zwischenberichts deklariert. Denn einen Businessplan der städtischen Markthallen München, den der Stadtrat sehen will, wird sie, wie sie einräumt, im März noch nicht vorlegen können.