Pläne vor dem Aus Doch kein neuer Bahnhof?

"Der Bahnhof bleibt, wie er ist": Die Bahn kann den prestigeträchtigen Neubau nicht finanzieren - die Stadt ist enttäuscht.

Von Dominik Hutter

Es sollte eines der ganz großen Zukunftsprojekte der Stadt sein - nun wird wohl auf absehbare Zeit nichts daraus. Nach Auskunft hochrangiger Bahn-Manager steht der geplante Neubau eines futuristischen Bahnhofsgebäudes aus finanziellen Gründen nicht mehr auf der Tagesordnung des Konzerns. Derzeit sei sogar geplant, nach Abschluss der zweiten S-Bahn-Stammstrecke den Altbau aus den fünfziger Jahren komplett wieder herzustellen.

"Bedauerlich"

Alles hatte neu werden sollen am Bahnhof, vergleichbar mit großen Projekten wie Berlin-Friedrichstraße: Chrom, Glas, Helligkeit statt des niedrigen Gebäudes aus den fünfziger Jahren. Doch nun heißt es: "Der Bahnhof bleibt, wie er ist", berichtet Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service, auf Anfrage der SZ.

Zwar sei es aus gestalterischen Gründen bedauerlich, dass der von den Stararchitekten Auer & Weber erarbeitete Entwurf vorerst nicht realisiert werden könne. Die Bahn sehe aber keine Perspektive, das auf 350 Millionen Euro geschätzte Projekt zu finanzieren. Nach Auskunft Sieberts verlief auch die Suche nach externen Investoren ergebnislos, es verbleibe stets eine nicht zu stopfende Finanzierungslücke.

Ohne eine Beteiligung der öffentlichen Hand, so Deutschlands oberster Bahnhofs-Chef, werde also vorerst nichts aus den hochtrabenden Plänen in der Münchner Innenstadt. Einen Kredit ohne Aussicht auf wirtschaftliche Amortisierung des Projekts könne die Bahn keinesfalls aufnehmen.