Von Beate Wild

Er ist derzeit der lässigste Pop-Star Deutschlands. Mit seinem Album "Stadtaffe" mischt er die deutsche Musikszene auf. Im Zenith zeigte Peter Fox, dass er es auch live drauf hat.

Affenmasken auf der Bühne, leidenschaftlicher Streicher-Sound, furiose Trommelrhythmen: Das ist Peter Fox, der neue deutsche Pop-Star. Und zwar der lässigste, den Deutschland derzeit hat. Mit seinem Album "Stadtaffe" brachte Fox frischen Wind in die deutsche Musikszene - und am Dienstagabend auch ins Münchner Zenith.

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Der lässigste Popstar, den Deutschland hat: Peter Fox. (© Foto: AP)

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"Ich bin die Abrissbirne für die deutsche Szene", singt der Berliner. Oder auch "Bin das Update, Peter Fox 1.1." Und er hat damit absolut Recht. Als im Herbst 2008 nach vielen Jahren als Sänger bei Seeed, der elfköpfigen Dancehall-Kapelle aus der Hauptstadt, sein erstes Solo-Album auf den Markt kam, war sein Sound etwas völlig Neues. Der amerikanische Hip-Hop-Superstar Kanye West postete Peter Fox' Video "Alles neu" auf seiner Website mit dem Hinweis: "This shit is dope!", was als absolutes Kompliment zu verstehen ist.

Fox' Sound ist entspannt und fährt einem trotzdem in die Beine. Zu dem foxy Rhythmus serviert der 37-Jährige dann noch Texte, deren Themen dem Großstädter unter den Nägeln brennen. "Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau. Du kannst so schön schrecklich sein, deine Nächte fressen mich auf", singt der 1,84 große Rothaarige, der mit bürgerlichen Namen Pierre Baigorry heißt. Seine Mutter ist französische Baskin.

Auf der Bühne ist der Mann ein Energiebündel. Er ist euphorisiert und steckt sein Publikum an. Gut, beim Konzert in München dauert es ein Weilchen, bis alle Fans auf den Sound eingeschworen sind. Gerade in den vorderen Reihen, in denen man sonst die fanatischsten Fans vermutet, stehen hauptsächlich Teenager, die zunächst lieber Filme des Geschehens mit ihren Handys drehen, als sich auf die Musik einzulassen. Doch Fox zieht sie bald alle in seinen Bann.

Der Berliner ist zwar nicht der beste Sänger, aber das tut hier gar nichts zur Sache. Bei seinen Songs geht es um die Botschaft und darum, dass sie die Menschen mitreißen soll. Und das schafft er spielend, sozusagen aus der Hüfte. Er besingt Menschen, Zustände, Städte - vor allem seine Heimatstadt Berlin. Er hält der hedonistischen Gesellschaft skrupellos den Spiegel vor. In vielen seiner Textzeilen schwingt eine gewisse Hassliebe mit, ein Gefühl, das viele junge und auch nicht mehr ganz junge Deutsche, also die Stadtaffen, von denen er singt, gut verstehen.

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