Paulaner-Umzug Wenn die Hefe fährt

Am 15. September will Paulaner in den riesigen Anlagen in Langwied das erste Mal Bier abfüllen.

(Foto: Florian Peljak)
  • Am Freitag wird in der neuen Paulaner-Brauerei in Langwied die Bierhefe angeliefert.
  • Sie wird mit dem Paulaner-Wiesngespann transportiert, wobei an fünf Zwischenstationen jeweils für zehn Minuten halt gemacht wird.
  • An jedem Halt werden 50 Liter Freibier ausgeschenkt.
Von Andreas Schubert

Die erste Malzlieferung ist bereits eingetroffen. Schon Mitte nächster Woche wird in der neuen Paulaner-Brauerei in Langwied der erste Sud eingebraut. Rund anderthalb Jahre konnten die Bewohner im Münchner Westen beobachten, wie auf einem ehemaligen Acker eine neue Großbrauerei wuchs. Zu den spektakulärsten Aktionen auf der Baustelle zählte etwa die Anlieferung der 87 riesigen Lagertanks, in die bis zu 440 000 Liter Bier passen. Vielleicht nicht so spektakulär, aber immerhin zünftig wird an diesem Freitag, 14. August, ebenfalls etwas für die Brauerei Essenzielles angeliefert: die Bierhefe.

Wo das Paulaner-Bier gebraut wird

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Jede Brauerei besitzt eigene Hefestämme, die für die Gärung notwendig sind. Ganz werbewirksam hat die Paulaner-Gruppe ihre nicht XYZ-irgendwas, sondern eben "Paulaner-Hefe" getauft. Und die zieht am Freitag vom Nockherberg in den Münchner Westen. Es ist ein ritueller Akt: Die beiden Hefestämme - einer obergärig, der andere untergärig - werden in Eisboxen gepackt, damit sie bei der Hitze nicht kaputtgehen.

Bei jedem Halt gibt es 50 Liter Freibier

Dann werden sie mit dem Paulaner-Wiesngespann transportiert, wobei an fünf Zwischenstationen jeweils für zehn Minuten halt gemacht wird. Gut für durstige Bierfreunde, die den Umzug zumindest ein Stück weit begleiten wollen: Die Stationen sind Paulaner-Wirtschaften, wo dann bei Eintreffen des Gespanns jeweils 50 Liter Freibier ausgeschenkt werden.

230 Lastwagen pro Tag

Stolz sind sie bei Paulaner auf ihren Neubau - so stolz, dass sie die wichtigsten Fakten zur Großbrauerei auf ihrer Homepage auflisten. Der geneigte Hobby-Brauer erfährt dort etwa, dass die höchsten Gebäude der Brauerei 28 Meter groß sind. Die Schornsteine ragen mit 33 Metern noch etwas höher in den Himmel, um die Anwohner vor Gerüchen zu schützen. Überhaupt sei neueste Technologie verbaut, weshalb die Geruchsausbreitung deutlich unter den Richtwerten liege. 3,5 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr will Paulaner in der Brauerei herstellen, 60 Prozent des Stroms, der dafür nötig ist, erzeugt das Unternehmen durch Blockheizkraftwerke selbst. 25 Prozent der benötigten Wärmeenergie deckt das aus der eigenen Abwasseraufbereitungsanlage gewonnene Biogas.

Um das Bier zum Abnehmer zu bringen, ist eine umfangreiche Logistik notwendig: So werden die Brauerei in der Hauptsaison 230 Lastwagen pro Tag anfahren, das macht mit An- und Abfahrt 460 Fahrten. Das gesamte Brauerei-Gelände, schreibt Paulaner, ist 15 Hektar groß. Bisher wurde es als Ackerfläche landwirtschaftlich genutzt. SZ

Der Umzug startet um 14 Uhr an der alten Brauerei in der Auer Falkenstraße. Um 14.20 Uhr soll er planmäßig am Wirtshaus zum Straubinger in der Blumenstraße 5 eintreffen. Dann geht es weiter zum Paulaner im Tal, wo es um 14.40 Uhr Freibier gibt. Die nächsten Stationen: 15.10 Uhr: Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz. 16.20 Uhr: Wirtshaus am Rosengarten im Westpark (Westendstraße 305). 17.40 Uhr: Grüner Kranz (Georg-Haberl-Straße 50). Gegen 19 Uhr soll das Gespann mit der Hefe dann an der Brauerei ankommen (Mooswiesenstraße 111), wo bereits von 18 Uhr an ein Fest vor den Toren der Baustelle stattfindet, zu dem alle eingeladen sind. Hier spendiert Paulaner 500 Liter Freibier.

Zum ersten Mal abgefüllt wird dort am 15. September

Auch wenn die Brauerei von außen immer noch nach Baustelle aussehen mag, ist so gut wie alles fertig. Zum ersten Mal abgefüllt wird dort am 15. September kurz vor dem Wiesnstart. Das Wiesnbier stammt selbstverständlich noch vom Nockherberg. Anfang 2016 wird dann der gesamte Brauereibetrieb an den westlichen Stadtrand verlagert. Auf dem 15 Hektar großen Gelände werden dann Biere der Marken Paulaner sowie auch Hacker-Pschorr und Thurn und Taxis hergestellt. Der Bierausstoß wird dann von derzeit drei Millionen Hektoliter auf 3,5 Millionen Hektoliter gesteigert, wobei 80 Prozent davon unter der Marke Paulaner gebraut wird.

Aber jetzt hofft man bei Paulaner erst mal für den Freitag auf gutes Wetter. Wie bei der Brauerei zu erfahren ist, wolle man bei der Feier das Freibier gefälligst auch loswerden.

Parklandschaft statt Brauerei

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