Im Internet ist die CSU der eindeutige Verlierer: Sie kündigt nicht einmal Reden ihres Parteichefs an.
Laptop und Lederhose - das gibt die CSU gern als Bayerns Markenzeichen aus. Wenn aber Parteichef Huber vor fast leerem Saal sprechen muss, liegt das auch daran, dass der Münchner Verband der Regierungspartei das Internet eher dürftig nutzt: keine Termine, keine Werbung. Die SZ bietet eine Übersicht über die Online-Auftritte der Münchner Parteien.
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Von Technikfeindlichkeit keine Spur: Die Homepage der Münchner Grünen ist informativ und leitet an prominenter Stelle zum bayernweiten Internet-Auftritt. (© Foto: Screenshot)
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Im Vergleich zur SPD, zu den Grünen, oder der FDP schneidet die CSU mit ihrem Internet-Auftritt bei weitem am schlechtesten ab. Die Homepage des CSU-Bezirksverbands nennt keinen einzigen Termin der Kandidaten im Landtagswahlkampf, sondern bietet lediglich eine Informationsmappe mit allen Bewerbern für die Landtags- und die Bezirkstagswahl.
Hinweise auf die Auftritte der Kandidaten im Internet fehlen dort allerdings. Wer diese trotzdem im World Wide Web findet, wird meist ebenfalls enttäuscht. Bei einigen Kandidaten - etwa Thomas Zimmermann - fehlt die Rubrik "Termine" völlig, bei anderen ist sie zwar da, aber kaum gefüllt.
Wer den Link zu den "Landtagswahlen 2008" anklickt, landet bei der nächsten Enttäuschung. Als erstes springt ein "Navigation überspringen" ins Auge, danach die etwas gewöhnungsbedürftige Buchstabenkombination "CSUnity Cockpit A", erst dann folgt das gewohnte CSU-Motto "Näher am Menschen".
Auftritt von Huber am Nockherberg verdeckt
Gegen Ende der Einstiegsseite überrascht das Wort "WERKZEUGE", das weder anzuklicken noch zu verstehen ist. Selbst auf dieser Wahlkampf-Seite war der Auftritt von CSU-Chef Erwin Huber am Montagabend am Nockherberg ziemlich verdeckt platziert.
Aber auch beim traditionellen Plakatieren tut sich die CSU derzeit eher schwer. Den Weg von der Trambahnhaltestelle Ostfriedhof zum Nockherberg säumten zwei SPD-Plakate und eines der Freien Wähler, während die beiden CSU-Plakatständer auf Veranstaltungen aus dem August hinwiesen. Dementsprechend hielt sich der Ansturm der Gäste in Grenzen, kaum 150 Leute wollten den CSU-Chef sehen.
Die meisten anderen Parteien präsentieren sich beim digitalen Buhlen um die Wähler weitaus besser. Auf der Homepage der Münchner SPD ist der mit Spannung erwartete Auftritt von Franz Müntefering am heutigen Mittwochabend im Hofbräukeller groß angekündigt.
Und während bei Hubers Auftritt am Nockherberg ein fahles Licht wenig Glanz verbreitete, hat die SPD - so eine Presseerklärung vom Dienstag - im großen Saal des Hofbräukellers eine "mediengerechte Bühne" aufgebaut , mit "Profilicht an eigens errichteten Traversen ausgeleuchtet" und überträgt das Ganze auch noch über Video in den kleinen Saal.
Präsenz der Grünen im Internet ist zeitgemäß
Im roten Internet-Auftritt kommen auch die Termine der Kandidaten nicht zu kurz. Einzelne Bewerber - etwa die Stadträtin Diana Stachowitz, die im Stimmkreis Moosach antritt - haben gut gestaltete Seiten (allenfalls die Schrift ist mitunter etwas klein geraten). Auch die Präsenz der Grünen im Internet ist zeitgemäß und umfassend. Schon auf der München-Seite sind die Termine grüner Politiker in der Landeshauptstadt prominent platziert. Das Weiterleiten auf die Seiten der Kandidaten ist gut (besser als bei der SPD) gelungen.
Auch die Seiten des FDP-Stadtverbandes schlagen jene der CSU um Längen, sind aber durchaus noch verbesserungsfähig. So heißt es beim Punkt "Wahlprogramm" lediglich "demnächst hier", während es auf der Homepage der bayerischen FDP selbstverständlich schon zu lesen ist. Allerdings mit Schwierigkeiten, denn die auf den Spitzenkandidaten Martin Zeil zugeschnittenen Seiten strapazieren mit einem interaktiven Spaziergang durch einen fiktiven bayerischen Ort namens Martinszeil.
Problemlos in die Vergangenheit weitergeleitet
Die Freien Wähler (FW) hingegen, für die CSU auf dem Land durchaus eine ernst zu nehmende Konkurrenz, stehen in Sachen Internet fast so schlecht da wie die schwarze Regierungspartei. Den Münchner FW-Auftritt ziert auf der Einstiegsseite immer noch ein Foto des FW-Stadtrats Michael Piazolo von der Kundgebung gegen den Transrapid. Die Termine enden mit dem 23. Mai. Wer noch frühere Termine wissen will, wird allerdings problemlos in die Vergangenheit weitergeleitet.
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(SZ vom 03.09.2008/lado)
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Da werden heute einige Telefone klingeln und einige Leute mit Sofortaufträgen in Marsch gesetzt werden ! CSU und FW werden sich hoffentlich angemessen für diese tolle Analyse ihrer Schwachstellen in den letzten Wochen vor der Wahl bedanken ! Gut gemacht !!