Parken in München Verzweifelte Suche nach der Lücke

Teure Parkgaragen: Zwischen 2,50 Euro und sechs Euro kostet das Parken innerhalb des Münchner Altstadtrings.

(Foto: DAH/Stefan Salger)

Preisschock für Autofahrer inklusive: In keiner anderen Großstadt in Deutschland ist Parken so teuer wie in München. Die Stadt will jetzt reagieren - ohne viel zu ändern.

Von Franziska Hein

Nirgendwo in Deutschland ist Parken so teuer wie in München. Das stellen vor allem auswärtige Besucher fest, die auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz in der Nähe der Fußgängerzone eine Runde nach der anderen auf dem Altstadtring drehen. Ist ein leeres Parkhaus gefunden, erleiden sie den Preisschock am Parkautomaten.

Derzeit kostet Parken innerhalb des Altstadtrings in der Parkgarage meistens zwischen 2,50 Euro und sechs Euro pro Stunde oder zwischen 18 und 30 Euro am Tag. Im Vergleich zu anderen Großstädten wie Berlin oder Köln sind die Parkhäuser im Schnitt etwa vier Euro teurer, im Vergleich zu Dresden zahlt man teilweise das Doppelte.

Nun lässt sich an manchen Tagen die Autofahrt in die Innenstadt nicht vermeiden. Da empfiehlt sich besonders die Parkgarage am Oberanger. Diese Parkmöglichkeit wurde 2010 vom ADAC zum besten Münchner Parkhaus gekürt. In den Testkategorien Befahrbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit schnitt es mit der Bestnote ab. Dort ist das Parken verhältnismäßig günstig. Die erste Stunde kostet 2,50 Euro.

50 Cent für 12 Minuten

Wer nicht unbedingt innerhalb des Altstadtrings parken möchte, kann sein Auto in den ebenfalls vom ADAC getesteten Parkhäusern an der Hopfenpost und am Elisenhof abstellen. Beide befinden sich nahe dem Hauptbahnhof und liegen mit 2,50 Euro und drei Euro für die erste Parkstunde im guten Münchner Schnitt.

Knapp 550 Stellplätze bietet das City-Parkhaus am Färbergraben, das in drei Jahren umgebaut werden soll, weitere 450 die Parkgarage Rieger City. Beide Garagen haben im letzten ADAC-Test für München mittelmäßig abgeschnitten. Das Parkhaus am Oberpollinger erhielt vor zwei Jahren gute Noten vom ADAC.

Alternativ können Pendler oder Innenstadtbesucher ihre Wagen auch am Straßenrand abstellen. Innerhalb des Altstadtrings muss man tagsüber je angefangene zwölf Minuten 50 Cent zahlen. Das ist in etwa vergleichbar mit den Parkgebühren der Tiefgaragen. Abends und nachts kostet Parken nur 20 Cent. Außerhalb des Altstadtrings sieht die Gebührenordnung der Stadt 20 Cent für einen Parkplatz und maximal sechs Euro pro Tag vor. Die Parkdauer dort ist nicht begrenzt wie an vielen Stellen im Stadtkern.

Derzeit plant das Referat für Stadtplanung nicht, die Anzahl der Stellmöglichkeiten zu erhöhen. Ziel ist es, die Zahl der vorhandenen Stellplätze zumindest stabil zu halten. Die hohen Gebühren dienen auch dazu, das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zu regulieren und Autofahrer abzuschrecken. Möglichst viele sollen für die Fahrt in die City die öffentlichen Nahverkehrsmittel nutzen.

Trend zu Carsharing

Für das Jahr 2013 ist außerdem die Ausschreibung einer Parkraumuntersuchung vorgesehen, um den Bedarf besser kalkulieren zu können und das Innenstadtkonzept für den ruhenden Verkehr entsprechend anzupassen. Zur effizienten Parkraumbewirtschaftung gehört auch die Stellplatzabgabe, die dann erhoben wird, wenn private Investoren ihre Immobilien nicht mit ausreichend Parkplätzen ausstatten. Die Abgabe wird von der Stadt zum Beispiel in Park-and-Ride-Anlagen investiert oder zur Förderung von Fahrradstationen in S-Bahn Nähe verwendet, an denen man Leihräder bekommen kann.

Klar ist, mehr Wohnraum in der Innenstadt bedeutet auch entsprechende Stellplätze für Kraftfahrzeuge. Das werde sich - trotz der Überlegungen für eine autofreie Zone in der Innenstadt - nicht ändern, sagt Axel Arnold, Sprecher des ADAC Südbayern. "Im Grunde kommt die ganze Welt nach München - mit dem Auto", sagt er. Dürften keine Busse oder private Fahrzeuge mehr in die Innenstadt, habe das Umsatzeinbußen und Kaufkraftschwund zur Folge. "Verkehr gehört zu einer lebendigen Stadt." Dagegen bedeute ein Autoverbot ihren Tod, prophezeit er. Für ihn gehe der Trend hin zu einer flexiblen Mobilität, zum Beispiel mit Carsharing-Angeboten.