Panne beim Onlinebanking Einzug ohne Ermächtigung

Onlinebanking macht das Leben leichter, dachte sich eine Münchner Wirtin. Doch dann verschwanden die von Finanzamt, Steuerberater und Kabelfirma geforderten Summen nicht von ihrem Konto, sondern wurden aufgebucht. Als die Frau ihren Fehler bemerkte, versuchte sie, die Transaktion rückgängig zu machen. Doch damit ging der Ärger erst richtig los.

Von Thomas Anlauf

Es ist eine verführerische Vorstellung. Das Konto ist abgeräumt, zum Zahltag ist es noch ein wenig hin - warum nicht eine kleine Zwischenfinanzierung durchs Finanzamt? Absurde Idee? Eine Münchnerin hat genau das getan: Sie hat einfach Geld vom Finanzamt abgebucht - wenn auch aus Versehen.

Am 1. August erledigte die 49-Jährige, die in Haidhausen ein kleines Lokal betreibt, mal wieder ihren Papierkram. Zum Glück gibt es Onlinebanking, dachte die Wirtin und wollte auf diesem Weg ihre Umsatzsteuer, eine Rechnung an ihren Kabelanbieter und Schulden beim Steuerberater begleichen.

Dabei passierte das Malheur: Statt auf "Überweisung" zu klicken kam sie versehentlich in das Menü für Lastschriften, gab dort die geforderten Summen und Bankverbindungen ein - und hatte wenig später viel Geld auf dem Konto. Geld von der Finanzkasse München, dem Kabelanbieter und dem Steuerberater.

Eigentlich völlig legal, sagt die von dem Fall betroffene Stadtsparkasse München. "Die Möglichkeit, Lastschriften einzureichen, haben ausschließlich Geschäftskunden, die zuvor eine zusätzliche Inkassovereinbarung mit ihrer Bank abschließen", so die offizielle Stellungnahme.

Ob dem Geschäftskunden eine Einzugsermächtigung vorliege, "können Banken nicht prüfen, da diese vom Zahlungspflichtigen direkt an den Zahlungsempfänger erteilt wird".