Pacific Times im Gärtnerplatzviertel Ein Abend auf der Cocktail-Insel

Mehr als 60 Seiten hat die Getränkekarte, die Hauptrolle spielen Cocktails. Poserei, laute Musik oder mit Kunst überfrachtete Wände sucht man im Pacific Times im Gärtnerplatzviertel dagegen vergeblich - hier geht es nur ums Wohlbefinden.

Von Andreas Schubert

Das Pacific Times erweckt den Eindruck, als läge es gar nicht im Gärtnerplatzviertel.

(Foto: Stephan Rumpf)

Als das Pacific Times in der Baaderstraße vor rund 16 Jahren eröffnete, war München sozusagen noch Cocktail-Diaspora. Schumann's Bar und die Pusser's Bar gab es damals natürlich schon - ansonsten blieb verwöhnten Trinkern in München nicht sonderlich viel Auswahl.

Ein Zustand, der Andreas Till, Gründer des Pacific Times, seinerzeit wurmte. Und so schuf er einen Platz, an dem Wohlbefinden im Vordergrund stehen sollte. Keine Poserei, keine laute Musik, keine mit Kunst überfrachteten Wände. Eine Bar eben. Und wer das Pacific Times betritt, den überkommt - der Name des Lokals ist Programm - das Gefühl, man sei nicht im Gärtnerplatzviertel, sondern irgendwo aus einer pazifischen Insel.

Das liegt vor allem an den Deckenventilatoren, den Korbstühlen im hinteren Teil des Lokals und den dunklen Möbeln. Und links neben der Bar hängt ein kleiner Glaskasten, in dem Zigarren ausgestellt sind. Blöd nur, dass Raucher per Gesetz ausgesperrt sind, das täte dem Klima im Pacific Times womöglich gut: Weil die Bar gleichzeitig auch Restaurant ist, fällt der Essensgeruch zunächst etwas unangenehm auf. Zumindest dann, wenn man eine empfindliche Nase hat und geplant hatte, sich nicht mit Nebensächlichkeiten wie Essen aufzuhalten.

Hauptrolle spielen die Cocktails: Die Karte ist nicht nur sehr liebevoll gemacht und mit Landkarten von Pazifik- und Karibikinseln sowie einem Überblick über die schottischen Whisky-Destillerien verziert. Vielmehr ist sie auch sehr umfangreich: Es gibt alle Standards zu vernünftigen Preisen und Drinks, die den Kopf so richtig schön frei machen, etwa der Journalist (Gin, süßer und trockener Wermut, Cointreau, Würzbitters, Zitrone, 7,50 Euro) oder den Hausdrink Pacific Times für acht Euro - ein Mix aus Campari, Gin, Lime Juice und Bitterlemon.

Die 62-seitige Getränkekarte listet auch eine umfangreiche Whisky-Auswahl auf, wer unvernünftigerweise lieber Bier trinkt, der bekommt Becks vom Fass (3,50 Euro/0,33 Liter), Spaten-Helles (Preußenhalbe 0,4 Liter für drei Euro) oder Guinness vom Fass (0,4 Liter; 3,50 Euro). Und auch die international bestückte Weinkarte ist sehr umfangreich. Schließlich ist das Pacific Times für viele Gäste mehr als eine Bar. Auf der Speisekarte steht kreolische Küche, zum Beispiel Thunfisch-Carpaccio mit Wasabi-Sesamvinaigrette für 11,50 oder Atlantik-Garnelen mit Aioli und Tomaten-Koriander-Focaccia (19,50 Euro) oder Surf and Turf für 27,50 Euro.

Dass das Lokal schon etwas Patina angesetzt hat, kommt dem Ambiente übrigens durchaus entgegen. Die Zeit bleibt aber auch hier nicht stehen: Das Personal trifft sich regelmäßig, um sich über neue Getränkekreationen und Trends auszutauschen.