Olympia siegt bei den Grünen. Die Fraktion überzeugt nach einer eindringlichen Diskussion die Kritiker der Basis. Einen Münchner Politiker freut das ganz besonders.
Es ist beim Olympia-Votum der Grünen am Mittwochabend dann doch nicht so eng geworden, dass eine einzige Stimme den Ausschlag gegeben hätte. Die Olympia-Fans schafften es auch ohne das Votum von Umweltreferent Joachim Lorenz, sich gegen die Gegner der Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 durchzusetzen, und zwar mit dem klaren Ergebnis von 66 Ja- gegen 47 Nein-Stimmen.
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München will die Winterspiele 2018. Die Grünen geben nun auch grünes Licht. (© Foto: ddp)
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Wäre es auf seine Stimme angekommen, hätte es OB Christian Ude (SPD) verantworten müssen, dass die Grünen Olympia ablehnen - denn der hatte Lorenz für seine "Münchner Zukunftsreihe" dienstverpflichtet, in der es zu gleicher Stunde im Rathaus um die Zukunft der Elektromobilität ging.
Zu Beginn der Stadtversammlung im Kulturzentrum am Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach hatte es durchaus nach einem engen Rennen ausgesehen. Während der einstündigen Debatte ging es zwischen Gegnern und Befürwortern der Olympia-Bewerbung hoch her. Die Gegner, angeführt von den Grünen-Chefs Hanna Sammüller und Nikolaus Hoenning sowie dem Landes-Vorsitzenden Dieter Janecek, bliesen im Verein mit der Grünen Jugend und dem Bund Naturschutz dermaßen engagiert zur Attacke, dass die Befürworter arg in die Defensive gerieten.
Schließlich schafften es die Grünen-Stadträte aber doch noch, die Stimmung zu drehen. "Bitte zwingt uns nicht dazu, zwischen dem Bruch des Bündnisvertrages oder dem Bruch mit der grünen Basis entscheiden zu müssen", hatte Fraktionschef Siegfried Benker eindringlich gebeten, während die Stadträtin Sabine Krieger im Detail ausführte, welche grüne Forderungen bereits jetzt durchgesetzt wurden.
Und auch die Landesvorsitzende Theresa Schopper, die wenige Stunden zuvor im Landtag als einzige Grüne für die Bewerbung gestimmt hatte, hob deren ökologische Qualität hervor. Als Joachim Lorenz dann doch noch erschien, traf er glückliche Stadträte, die sich erleichtert umarmten und es gar nicht fassen konnten, dass ihr Sieg so deutlich ausgefallen war.
Ude erleichtert Mit "Erleichterung und Freude" begrüßte OB Christian Ude das Votum der Grünen-Basis. Nun könne der Stadtrat das Vorhaben einer "ökologischen Bewerbung und nachhaltiger Spiele gemeinsam vorantreiben" und - sollte München den Zuschlag erhalten - auch das entsprechende Geld im Haushalt bereitstellen, sagte Ude. Die Stadtratsfraktion der Grünen sprach sich auch bisher schon für Olympia aus, wird nun aber durch das klare Mehrheits-Votum der Basis darin bestärkt. Der Stadtrat wird am 11. November über die Münchner Olympia-Bewerbung abstimmen.
Am heutigen Freitag stellt Ude mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), das offizielle Olympia-Logo vor, mit dem die Stadt nun die Kandidatur bestreitet. Wenige Stunden vor Ablauf der Bewerbungsfrist um Mitternacht nannte Bach den Dreikampf zwischen München, Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich) ein "hartes Rennen", bei dem es "auf einen guten Start und einen langen Atem" ankomme. Bach, der auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist, gibt sich dennoch kämpferisch: "Wir treten an, um zu gewinnen, für andere Gedanken ist kein Platz."
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(SZ vom 16.10.2009/hs/wib)
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