Olympiapark Bayern-Basketballer steigen aus Hallenprojekt aus

Der für Olympia 1972 gebaute Audi Dome soll "langfristig als Heimat" der Basketballer dienen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Überraschend lässt der Verein die geplante Zusammenarbeit mit Red Bull und dem EHC München platzen. Das wirtschaftliche Risiko sei zu hoch, heißt es.

Von Christian Krügel und Ralf Tögel

Es wäre eine spektakuläre Kooperation für ein ungewöhnliches Bauprojekt geworden: Der österreichische Getränkekonzern Red Bull wollte im Münchner Olympiapark eine Sportarena bauen, welche die Eishockeyspieler des EHC München und die Basketballer des FC Bayern abwechselnd genutzt hätten. Seit Jahren laufen die Planungen für einen entsprechenden Bau auf dem Gelände des früheren Olympia-Radstadions. Doch jetzt steigt der FC Bayern aus: In einer Pressemitteilung erklärt Vereinspräsident Karl Hopfner das Ende des gemeinsamen Projektes und verweist auf "das zu hohe wirtschaftliche Risiko für den Club".

"Bindung über einen zu langen Zeitraum"

Das Konzept von Red Bull hätte "vor allem eine Bindung über einen zu langen Zeitraum mit sich" gebracht. Spiel-Überschneidungen der Bayern-Basketballer und des EHC wären zudem unvermeidbar. Das habe zur Folge, dass der Audi Dome - die für Olympia 1972 gebaute und später Rudi-Sedlmayer-Halle umbenannte Halle - ohnehin als Ersatz weiter betrieben werden müsste.

Diese Halle soll nun langfristig als "Heimat der Basketballer", als Trainings- und Spielstätte genutzt und ausgebaut werden. Der Bau, der der Stadt München gehört und in den vergangenen Jahren vom FC Bayern umgestaltet wurde, hat derzeit eine Kapazität von 6700 Zuschauern und könnte womöglich auf 8000 erweitert werden. Am vergangenen Wochenende war sie in die Schlagzeilen geraten, weil beim Pokalturnier "Top Four" ein Wasserschaden das Spiel um den dritten Platz verhinderte.

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Red Bull könnte noch im Alleingang bauen

Der Ausstieg des FC Bayern kommt nicht ganz überraschend. Zuletzt war bereits die Rede davon, dass der Verein und Red Bull wegen der langfristigen Vertragsbindungen und hoher Mietforderungen des Getränkeherstellers über Kreuz liegen. Parallel führte der Verein in den vergangenen Tagen Gespräche mit der Stadt München. Dort war man zuletzt auch über die sich hinziehenden Verhandlungen wenig erfreut. "In ein, zwei Monaten hätte ich das gerne entschieden", hatte Sportbürgermeisterin Christine Strobl (SPD) am Donnerstag in der SZ gesagt. Spätestens bis zur Sommerpause wolle sie wissen: "Hopp oder top."

Das ist nun entschieden. Deshalb ist das Hallenprojekt noch nicht endgültig gestorben. Red Bull könnte die Arena auch im Alleingang bauen, hatte es aus der Stadtverwaltung geheißen. Von dem Getränkehersteller gab es zunächst keine Reaktion.

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