Münchner Athleten sind ob der Boykott-Debatte verunsichert - klare Positionen beziehen wenige.
Demonstrationen in Athen, erloschene Fackeln in Paris - die Olympischen Spiele in Peking haben noch nicht begonnen und sorgen doch täglich für negative Schlagzeilen. Münchens Olympioniken reagieren verunsichert. Die meisten Athleten wollen sich lieber nicht äußern, andere befürworten den Boykott der Eröffnungsfeier.
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Protest gegen Olympia am Münchner Marienplatz. (© Foto: dpa)
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Die Münchner Seglerin Stefanie Rothweiler ist hin- und hergerissen: "Die Bilder vom Fackellauf in Paris haben mich erschüttert, das ist schon sehr traurig." Für die zweimalige Europameisterin in der 470er-Klasse stehen die Olympischen Spiele immer noch für Völkerverständigung und ein friedliches Treffen der Weltjugend. "Jetzt wird Olympia als politisches Mittel benutzt. Dabei müsste man Politik und Sport voneinander trennen", sagt sie.
Doch ihr ist auch klar, dass das nach dem Eingreifen Chinas in Tibet und den weltweiten Protesten kaum mehr möglich ist. Deshalb befürwortet sie einen Boykott der Eröffnungsfeier. "Man muss den Chinesen zeigen, dass man es missbilligt, was in Tibet passiert", sagt sie. "Wenn bei der Eröffnungsfeier nur die Schildermädchen durch das Stadion laufen und sonst niemand, das wäre schon ein Zeichen."
Denn bei ihren bisherigen Regatten in China sei eines deutlich geworden: "Den Chinesen ist es sehr wichtig, sich selbst darzustellen."
Im Münchner Olympiastützpunkt, wo die bayerischen Athleten betreut werden, gibt man den Sportlern keine Empfehlung, wie sie sich in China verhalten sollen. "Wir bereiten die Sportler auf ihre Wettkämpfe vor", erklärt der stellvertretende Stützpunktleiter Klaus Sarsky.
Für die unmittelbare Fahrt nach China dagegen sei der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zuständig, von den Mitarbeitern des Stützpunktes reise niemand nach Peking. "Was aber nicht heißt, dass wir uns nicht unsere Gedanken machen. Aber Sport und Politik sollten voneinander getrennt werden", so Sarsky.
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Bundespräsident Gauck in Israel
Die neueste Antwort
"Wollen die Protest-Unterstützer wirklich die Wiedererrichtung eines theokratischen Regimes, das seinerzeit auch mit Leibeigenschaft und Grossgrundbesitz bestanden hat?"
Vielleicht informieren Sie sich besser mal, was die Exiltibeter HEUTE wollen, bevor Sie hier mit Versatzstuecken aus dem tibetischen Mitelalter drauflos schwadronieren.
Der Glaube man könnte Sport und Politik einfach trennen und auf zwei verschiedenen Planeten stattfinden lassen, ist naiv und dumm.
Ein Sportler, der durch seine Leistung bei Olympia sich an der Simulation friedlicher Wettkämpfe beteiligt, während im Hintergrund die Folter- und Mordkommandos des chinesischen Regimes in Tibet und Uigurien wüten, legitimiert diesen Staatsterrorismus und handelt damit politisch.
Ob die Tibeter eine Theokratie wollen oder nicht sollen sie gefälligst selbst entscheiden. Schlimmer als die jetzige Kommunisten-Theokratie mit ihren unfehlbaren Zentralkomitee-Göttern und dem toten Mao als Lichtgestalt obendrüber würden sie es sicher auch nicht hinbekommen.
"Zur Lage der chinesischen Bauern": http://www.materialien.org/worldwide/china/Literatur/chenundwu.html
Gegenüber diesen Verhältnissen wäre Leibeigenschaft schon fast als Fortschritt zu bezeichnen!
"Aber Sport und Politik sollten voneinander getrennt werden"
China verwertet Olympia politisch sogar stärker als Nazideutschland 1936. Da braucht sich keiner wundern, wenn die politischen Gegner dies gleichtun.
Und solange das Geld den Hochleistungssport regiert, ist mit der Glaubwürdigkeit der Sportler eh nicht weit her.
Nicht Politik und Sport sondern Geld und Sport sollten getrennt werden - und schon würde sich kein Mensch mehr auf diesem Planeten um Olympia scheren!!! Und nichts wäre so schnell von diesem Erdball verschwunden, wie das IOC ! Seien wir doch mal ehrlich! Ob jetzt iiiirgendein Mensch um eine hundertstel Sekunde schneller läuft als ein anderer, das ist mir aber sowas von egal. Ich weiß, damit stehe ich so ziemlich allein da - aber ich steh dazu! ;-)
Die Art und Weise mit der moralisierende Pseudopolitiker den Sportlern Vorschriften machen wollen ist auch nicht hinnehmbar.
Politik hat keineswegs das Recht alles und jedwedes als Betätigungsfeld an sich zu ziehen.
Ausserdem: Wollen die Protest-Unterstützer wirklich die Wiedererrichtung eines theokratischen Regimes, das seinerzeit auch mit Leibeigenschaft und Grossgrundbesitz bestanden hat?