Von Jan Bielicki

Werbung für München machen, das war das Ziel seiner Reise. Neben vielen Kontakten brachte Münchens Oberbürgermeister Ude auch den Plan für ein internationales Sportlager mit aus Vancouver.

Wer weit reist, sollte den Zurückgebliebenen etwas mitbringen. Die Olympischen Winterspiele freilich konnte Christian Ude im fernen Vancouver nicht in den Koffer packen. Ob München die Spiele 2018 ausrichten darf, entscheidet sich erst im Sommer des nächsten Jahres. Aber ein kleines Mitbringsel hatte der Oberbürgermeister bei seiner Rückreise aus Kanada dabei. Im Sommer werden junge Leute aus zahlreichen Konfliktzonen der Welt ein Sportlager namens "Generations for Peace " im Münchner Olympiapark aufschlagen. "Das ist ein ganz fantastisches, den Frieden förderndes Projekt", begeistert sich der OB über diese "Generationen für den Frieden".

OB Christian Ude

Mit Lobbyarbeit hat Ude die meiste Zeit in Vancouver verbracht. (© Foto: dpa)

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Vor allem ist es das Projekt eines einflussreichen Mannes, mit dem Ude in Vancouver zu Abend speiste. Seine Königliche Hoheit Prinz Feisal Al Hussein aus Jordanien ist in Vancouver in das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgenommen worden, in dessen Runde seine königliche Schwester Haya bereits sitzt. Es dürfte für eine Stadt, die sich um Olympia bewirbt, nicht schlecht sein, wenn ein Olympier wie Feisal einen Vorwand findet, sie zu besuchen.

Das Geflecht des Geschäfts

Dass weitere neun IOC-Mitglieder, die über die Vergabe der Spiele zu entscheiden haben, im Beirat von "Generations for Peace" sitzen, ist ein weiterer Grund, sich mit dessen Macher gut zu stellen - zumal zu unterstellen ist, dass der Hauptsponsor der Initiative die 2018er-Spiele eher nicht in München sehen will: Der koreanische Elektronik-Konzern Samsung hätte sie wohl lieber im heimischen Pyeongchang.

Das ist also das Geflecht des olympischen Geschäfts, durch das die einwöchige Dienstreise des Münchner OB führte. Ja, erzählt Ude, Sportwettbewerbe habe er auch gesehen, Biathlon etwa, oben in Whistler, zwei Autostunden von Vancouver entfernt. "Von München nach Garmisch kommt man in einer Stunde", habe er daraufhin, so sagt er, jedem seiner olympischen Gesprächspartner erzählt.

Schlagzeilen nur daheim

Vor allem nämlich hat Ude seine olympische Zeit in den Lobbies der großen Hotels Vancouvers verbracht - um eben Lobbyarbeit zu betreiben, geleitet im übrigen von den Beratern, deren Dienste sich die Bewerbungsgesellschaft München 2018 teuer versichert hat.

Dabei kommt einiges zusammen: Der Engländer Jon Tibbs, eine der bekanntesten Figuren im Geschäft, arbeitet nicht nur den Münchner Bewerbern zu, sondern zählt auch Prinz Feisal zu seinen Kunden. Allerdings ließen die Berater Ude auch in jene Panne laufen, die daheim in München Schlagzeilen machte, "aber eben nur dort", wie der OB erleichtert feststellte

Auf der nächsten Seite: Ein unentdeckter Fehler bringt Ude Ärger ein. Kati Witt bringt den Oberbürgermeister zum Schwärmen.

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