Olympia-Attentat Gedenkstätte im grünen Hügel

Nach diesem Entwurf von Brückner & Brückner Architekten soll im Olympiapark die Gedenkstätte für die Toten der Spiele von 1972 entstehen.

(Foto: Brückner & Brückner Architekten)
  • Um des Olympia-Attentats von 1972 zu gedenken, wurde lange über den richtigen Ort für die Gedenkstätte gestritten.
  • Jetzt wurde ein Entwurf vorgestellt, der am Lindenhügel einen Erinnerungsraum vorsieht.
  • An der Konzeption habe unterschiedliche Experten mitgearbeitet.
Von Katja Riedel

Der Ort soll ein echter Einschnitt sein, und so sieht er auch aus. Ein Einschnitt in einen Hügel - und in die Geschichte des Ortes, an dem der Hügel steht: des Münchner Olympiaparks. Deshalb wird die neue Gedenkstätte für das Olympia-Attentat, bei dem während der Sommerspiele 1972 elf israelische Sportler und ein bayerischer Polizist starben, nun inmitten des Olympiaparks, auf dem sogenannten Lindenhügel, zu finden sein.

Zwei andere Standorte in der Nähe, der Connolly- und der Studentenhügel, waren zuvor wegen Bedenken der Anwohner verworfen worden. Sie waren den Menschen, die im Olympiazentrum wohnen, zu sichtbar, zu nahe an ihren Wohnungen, sagten die Studenten. Und den Connollyhügel lehnten die Olympiadorfbewohner ab, weil sie ihren Schlittenhügel nicht verlieren wollten.

Doch es gab auch Stimmen, die offen zugaben, lieber keine Gedenkstätte an das Attentat im Olympiapark haben zu wollen. Zu der Präsentation der Pläne war die Eigentümer-Interessengemeinschaft am Montag nicht eingeladen.

Er wolle die Pläne darum nicht bewerten, sagte deren Stellvertretender Vorsitzender Till von Feilitzsch, kritisierte aber zugleich, nicht erneut gehört worden zu sein.

Gedenkraum wie eine Höhle

Nun also ein neuer Ort, ein neuer Hügel, in den der neue Gedenkraum wie eine Höhle hineingebaut wird. Und dessen Mittelpunktfunktion und zahlreiche Sichtachsen zu wichtigen Schauplätzen des Attentats auch Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bei der Präsentation der Pläne am Montag immer wieder betonte.

Das Dorf in der Stadt

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"Wir wollen den Opfern des Anschlags die Würde wiedergeben", sagte Spaenle. Die neue Gedenkstätte lassen sich der Freistaat, die Stadt München, der Bund, das Internationale Olympische Komitee sowie der Deutsche Olympische Sportbund insgesamt 1,75 Millionen Euro kosten, sagte Spaenle.

Das Ergebnis wirkt zumindest in der Projektion durchaus beeindruckend: Im Inneren des offenen Raums werden elf Meter breite Projektionswände und Stelen die Lebensgeschichten der Opfer erzählen. Mit QR-Codes, die Smartphones scannen und in Texte und Bilder verwandeln können, sollen weitere Informationen zu dem Attentat während der Olympischen Spiele 1972 abrufbar sein.