Die Wiesn beginnt erst am 20. September - doch alle Reservierungsplätze in den Zelten sind bereits ausgebucht, zumindest abends und am Wochenende.
"Wir probieren heuer etwas Neues", erklärt Toni Roiderer, Sprecher der Wiesn-Wirte, "bei uns im Hacker-Zelt kann man jetzt an Samstagen, Sonntagen und am Feiertag auch zum Frühschoppen reservieren."
Gemütlichkeit sieht anders aus: Auch in diesem Jahr wird es auf der Wiesn voll werden. (© Foto: AP)
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In den Seitenboxen und auf der Galerie können demnach heuer 2500 Personen mehr ein festes Wiesn-Date ausmachen. Noch stehen hier freie Plätze zur Verfügung. Bier und Brotzeit gibt es dann von 9 bis 12.30 Uhr. Um 13 Uhr kommen die nächsten Gäste, die abendliche Runde beginnt um 17.45 Uhr.
Die begehrten Termine im Hackerzelt, die Abende und die Wochenenden, sind dagegen schon seit langem ausgebucht. "Die Anfragen waren heuer dermaßen hoch", so Roiderer. Viele davon kamen bereits im Januar. Vor zwei Wochen nun hat der Vorverkauf der Wiesn-Gutscheine begonnen. Erst wenn diese bezahlt sind, ist die Reservierung gültig.
Stark angestiegen sei heuer der Versand der Gutscheine"Wir haben überwiegend Münchner Firmen und Münchner Bürger. Wenn die in einem Jahr da waren und zufrieden waren, dann signalisieren sie natürlich, wir kommen wieder."
Trotzdem hat das Hacker-Zelt eine Warteliste. "Das ist ein dickes Buch", sagt Roiderer. Wer darin steht, brauche aber nicht zu resignieren. "Da passiert sehr viel", versichert der Wirt. "Es gibt Umbuchungen, Absagen, Reduzierungen."
Wer einen Tisch ergattert hat, zahlt an einem Werktag mittags in der Box 23,47 Euro für zwei Maß Bier und ein halbes Hendl. Am Abend muss man noch einen Wertgutschein in Höhe von fünf Euro dazu erwerben. Der Versand der Gutscheine kostet 8,50 Euro.
"Wir sind voll", sagt auch Peter Pongratz, Wirt des "Winzerer Fähndl". 1000 Leute hat er auf der Warteliste für Plätze am Abend und am Wochenende. Möglichkeiten für Reservierungen gibt es dagegen noch montags bis donnerstags zur Mittagswiesn von 11 oder 12 Uhr bis 16 Uhr. "Wir haben wahnsinnig viele Stammgäste", sagt Pongratz. "Es gibt aber keine Automatisierung."
Jeder müsse sich alljährlich neu um eine Reservierung bemühen. Dabei versuche man durchaus, zu wechseln. Rund 6500 Plätze hat Pongratz in seinem Zelt. Mindestens 2500 davon stehen täglich ohne Reservierung im Mittelschiff zur Verfügung.
"Abendtermine sind leider bereits an allen Terminen ausgebucht" heißt es auch auf der Homepage von Feinkost Käfer. Nur an vier Nachmittagen ist derzeit im Käfer-Zelt noch kein "ausgebucht" zu lesen. Auch an elf Vormittagen von 11 bis 15 Uhr kann man noch reservieren.
"Man kann nicht immer apodiktisch sagen, die Wiesn ist ausgebucht", findet die Chefin des Tourismusamtes, Gabriele Weishäupl. "Das ist völlig übertrieben." Zu manchen Zeiten und an manchen Tagen habe man zwar keine Chance, einen Platz zu bekommen. "Wir haben aber insgesamt an 16 Tagen 1,69 Millionen Plätze. Davon sind 770.273 reservierungsfrei. Das zeigt doch was."
Bei den reservierungsfreien Plätzen handele es sich vor allem um die Biergärten mit rund 400.000 Plätzen. Von Montag bis Freitag dürfe außerdem ein Drittel der Mittelschiffe nicht belegt werden. Samstags müssten ab 17 Uhr gar zwei Drittel des Mittelschiffs frei bleiben Sonntags sowie am Feiertag, dem 3. Oktober, dürften die Mittelschiffe grundsätzlich gar nicht reserviert werden.
"Dann möchte ich noch auf unsere Mittagswiesn hinweisen. Da gibt es montags bis freitags genügend freie Plätze", erklärt die Wiesn-Chefin. Des weiteren gebe es 96 sogenannte "Gastro-Inseln" im Schaustellerbereich. "Das sind Feinkoststände, Fischbratereien, Weißbierkarussells, Stehcafés und mehr, wo man sich auch verköstigen kann." Auch viele kleinere Betriebe seien an Wochenenden bis 18 Uhr reservierungsfrei.
Magnus Müller-Rischart, Inhaber des "Café Kaiserschmarrn", in welchem es Kaffee, Kuchen und Süßes aller Art gibt, kann ebenfalls 59 Tage vor der Wiesn noch ein paar Plätze anbieten. "Beim Frühstück ab 10 Uhr gibt es an allen Tagen noch Kapazitäten ebenso wie an den Abenden unter der Woche." Doch auch für die Wochenenden möchte er noch nicht alle Hoffnung zerstreuen. Gutscheine, die bis 12. September nicht abgeholt wurden, stehen wieder zur Verfügung.
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(SZ vom 22.07.2008/sonn)
Endgültiger DFB-Kader für EM
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Wozu macht die SZ eigentlich noch eine Wies'n Berichterstattung, wenn eh eigentlich keiner mehr normal hingehen kann. Laut SZ ist alles eh schon ausgebucht, reserviert, mit teuren 8,50 Versandkosten, Gutscheinen, 2500 Reservierungsplätzen zusätzlich usw.
Und dann beten Sie - liebe SZ - auch noch das PR-Dumpfgelabere der Wirte nach "(...)Bei Gutscheinen und Reservierungen: grossartige Akzeptanz durch Münchener Bürger(...)".
Was bitte ist gut daran, dass ich als Münchner ein dreiviertel Jahr vor der Wiesn einen Tisch reservieren muss, damit ich überhaupt noch einen Platz bekomme...??!
Die Miniatur-Alibi-Nicht-Reservierungszonen sind doch ein Witz. Und jetzt darf man auch noch zum Frühschoppen reservieren.
Eine "Wiesn für alle", wie unser alter und neuer Oberbürgermeister immer so schön parliert, ist die Wiesn schon lange nicht mehr...
Bekanntlich teilen sich ein Dutzend Festwirte den Bierausschank auf dem Münchner Oktoberfest, bilden somit ein lupenreines Oligopol. Also geschieht, was meist bei Monopolen und Oligopolen zu beobachten ist, die Preise steigen immer stärker an, als im Landesdurchschnitt und auch stärker als das verfügbare Einkommen der Kunden.
Beweis: 1969 zahlte ein Wiesnbesucher für seine Maß 2,40 DM. Er gab der zufriedenen Bedienung ein Zehnerl Trinkgeld und trank für zehn Mark vier Maß, wie heute mal gut, mal schlecht, eingeschenktes Bier. Heute entsprechen 10 Mark 5,10 Euro, dafür gibt es auf der Wiesn schon lange keine Maß Bier mehr. Die immer noch meist schlecht ausgeschenkte Maß Bier kostete 2007 knapp acht Euro. Also zahlt der Besucher mit Trinkgeld acht Euro. Würde er ebenso wie sein Vater vier Maß konsumieren, wäre er mit 32 Euro dabei, 620 Prozent mehr als 1969. Die Nettoeinkommen der meisten Wiesnbesucher, sind sie nicht gerade Selbständige oder Manager, haben sich seit 1969 allerdings nicht um 620 Prozent erhöht, sondern etwa um die Hälfte. Also trinken die meisten Wiesnbesucher heute der Not und ihrer Brieftasche gehorchend im Durchschnitt nur noch ein oder zwei Maß Bier. Ungewollt tragen die Münchner Wiesnwirte durch ihre Preisgestaltung sogar noch zur Volksgesundheit bei.
die Australier, Amerikaner, Kanadier, Japaner, Chinesen und Italiener kehren 2009 alle wieder um wenn sie merken, dass sie im Zelt nicht rauchen dürfen? Albern! Wer glaubt den so was? Da es mehr Nichtrauer als Raucher gibt und die Nachfrage nach Platz-reservierungen erneblich das Angebot übersteigt, wird es auf die Raucher nicht ankommen. Das ist hart für die Qualmer, aber das sind nunmal die Fakten. Der Rest ist wunschdenken.
wenn nächstes jahr das rauchverbot in den wiesn-zelten in kraft tritt, werden sich wildpinkler und smoker im aussenbereich knietief in urin und kippen wilde strassenschlachten um die besten outdoor-plätze liefern. das wird ne gaudi für den betrachter !
Hallo Wiesnwirte und Brauereibarone: schön blöd wärt ihr, würdet ihr nicht jedes Jahr den Bierpreis anheben. Es wird jeder Preis akzeptiert und gerne schon 6 Monate im Voraus bezahlt. Und was wollen wir wetten? Auch mit Rauchverbot sind 2009 die Zelte ausgebucht!!
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