Oktoberfest 2012Wenn der Vorgarten zur Ausnüchterungszelle wird

Wiesn-Gestank im Wohnzimmer, Müll vor der Haustüre und kreischende Fünfer-Looping-Fahrgäste: Für die Anwohner der Theresienwiese kann das Oktoberfest ganz schön anstrengend sein. Denn die Bierseligkeit hat auch Schattenseiten.

Die Wiesn raubt Bettina Bode manchmal den Schlaf: Die Goethestraße, in der sie wohnt, grenzt zwar nicht direkt an die Theresienwiese, manchmal hat die 26-Jährige aber trotzdem das Gefühl, als würde sie auf dem Oktoberfest wohnen. "Ab 11 Uhr ziehen bei mir immer grölende Menschen unterm Fenster her. Das bekomme ich tagsüber mit, weil ich ab und zu von zuhause arbeite. Nervig sind aber die Martinshörner der Krankenwagen, die Menschen abtransportieren. Das Krankenhaus ist ja direkt um die Ecke. Am Wochenende quartiere ich mich lieber bei meinem Freund ein, sonst kann ich das Schlafen vergessen. Und zum Hauptbahnhof laufen geht sowieso nicht mehr, da brauche ich doppelt so lange. Abgesehen davon: Ich mag die Wiesn!" 

Bild: Ingrid Fuchs 7. Oktober 2012, 11:382012-10-07 11:38:01 © Süddeutsche.de/infu/tob