Oktoberfest Was die neuen Sprecher der Wiesnwirte planen

Peter Inselkammer (rechts) und sein Stellvertreter Christian Schottenhamel stellten sich im Platzl-Hotel vor.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die Wiesnwirte haben Peter Inselkammer vom Armbrustschützenzelt einstimmig zu ihrem neuen Sprecher gewählt.
  • Er löst damit Toni Roiderer ab, der 16 Jahre lang Sprecher der Wiesnwirte war.
  • Inselkammers Stellvertreter ist Christian Schottenhamel von der Festhalle Schottenhamel.
Von Franz Kotteder

Verglichen mit der großen Politik sind Münchens Wiesnwirte eine einzige große Familie, in der Frieden und Eintracht herrscht. Einstimmig haben sie Peter Inselkammer vom Armbrustschützenzelt am Mittwoch zu ihrem Sprecher gewählt und ebenso einstimmig Christian Schottenhamel von der Festhalle Schottenhamel zu seinem Stellvertreter. Besser noch: Die beiden verstehen sich als Team, das eng zusammenarbeitet, erklärten sie am Donnerstag auf ihrer ersten Pressekonferenz als neugewählte Sprecher.

Und sie sind mit 47 Jahren (Inselkammer) und 55 Jahren (Schottenhamel) auch noch vergleichsweise jung. "Dabei geht der Trend beim FC Bayern und in der Politik doch momentan eher dahin", frotzelte Schottenhamel, "altbewährte Kompetenzteams wieder einzusetzen." Dem könne man nur entgegensetzen, dass sie beide immerhin auch schon bald 30 Jahre auf dem Oktoberfest tätig seien. "Wir hatten sogar schon mal eine gemeinsame Wiesn-WG", ergänzte Inselkammer.

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Die beiden neuen Sprecher begannen mit "einem herzlichen Dankeschön" an ihren Vorgänger. "Toni Roiderer hat 16 Jahre lang hervorragende Arbeit geleistet und oft den Kopf hingehalten", sagte Inselkammer, "immer im Sinn der Gruppe." Er habe gelesen, sagte Inselkammer, dass er selbst "ein anderer Typ" sei - was Schottenhamel mit einem spontanen "Ja!" bestätigte. Er hoffe jedoch, die Interessen der Wirtekollegen ebenso gut vertreten zu können. Dabei wollen sie insbesondere die Anliegen der Wirte "im guten Dialog mit der Politik", so Inselkammer, vertreten und sich "als Partner der Stadt etablieren".

Nachdem Toni Roiderer schon vor der Wiesn intern seinen Rückzug angekündigt hatte, hatten Inselkammer und Schottenhamel noch während des Oktoberfests mit allen Kollegen der großen Festzelte gesprochen. "Wir waren in jedem Hinterzimmer der Zelte", erzählte Schottenhamel, "und haben uns angehört, was den Kollegen so am Herzen liegt."

Das Thema Sicherheit und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Kosten des Fests, so schätzt Inselkammer, wird auch in den kommenden Jahren wichtig sein. Er und Schottenhamel wollen künftig schon frühzeitig mitreden - "agieren, nicht nur reagieren", nennt Schottenhamel das. Man müsse sich ansehen, sagte Inselkammer, wo man möglicherweise die Kosten senken könne, das mache jeder Wirt in seinem Betrieb ja auch.

Firmen, die Wiesntische über Online-Plattformen teuer weiterverkaufen, bleiben weiterhin ein ärgerliches Thema, sagen Inselkammer und Schottenhamel. Dagegen wolle man verschärft vorgehen. Auch über neue, kurzfristige Reservierungsmöglichkeiten, wie sie in der Fischervroni bereits erprobt wurden, denke man nach.

Und auch den Online-Auftritt wiesnwirte.de wollen die beiden Neuen bald auf den neuesten Stand bringen. Das ist auch nötig, weil die Seite sonst womöglich demnächst unter das Denkmalschutzgesetz fällt: Dort ist immer noch das Hippodrom als eines der großen Wiesnzelte vertreten.

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