Oktoberfest München sucht das Superwiesnplakat

Einer von 49 Entwürfen, die nun zur Wahl stehen.

  • Erstmals darf online abgestimmt werden, mit welchem Motiv für das Oktoberfest in diesem Jahr geworben wird.
  • Dafür spendiert die Stadt Plätze im Schottenhamel-Festzelt.
  • Am Ende entscheidet jedoch eine Jury über das Plakat.
  • Hier geht es zum Voting.
Von Laura Kaufmann

Es wird nicht ganz klar, was das Zebra im Kettenkarussell verloren hat. Der Löwe, nun gut. Der könnte für die Fahrt eine kleine Auszeit vom ewigen Rumsitzen und Brüllen auf dem Löwenbräu-Turm genommen haben. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein, gerade auf der Wiesn. Aber das Zebra? Besucht es den Löwen vielleicht, ist das Zebra ein Tourist? Hat sich der Löwe das Zebra gar aufgerissen?

Erstmals steht der Wettbewerb um das Motiv des Oktoberfestplakats allen offen, nicht nur eingeladenen Grafikern und Designern. Und erstmals darf sich auch der künstlerisch unbegabte Münchner beteiligen: indem er bei der Auswahl hilft, per Votum auf www.muenchen.de. 49 Motive stehen im Internet zur Auswahl. 49 Motive, das stellt der gemeine Münchner schnell fest, sind eine ganze Menge.

Für das Lieblingsmotiv darf nun zwei Wochen lang abstimmt werden; die besten 30 kommen in die nächste Runde. Vor die Jury also. Andersherum als bei gängigen TV-Talentshows, bei der erst die Jury entscheidet, und zum Ende hin das Publikum für seinen Favoriten abstimmt. Ganz so volksentscheidmäßig wollte es die Stadt bei "München sucht das Superwiesnplakat" wohl doch nicht haben. Die Jury hat das letzte Wort. Die Abstimmenden im Internet sortieren nur die 19 unpassendsten Plakate aus.

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Ob das Zebra es schaffen wird, trotz fehlenden Münchenbezuges? Immerhin grinst es lustig, und eine Brezn hält es auch in der Hand. Was wird sich durchsetzen bei den Abstimmenden? Niedliches Kindchenschema, wie der spongebobeske Masskrug oder das Münchner Kindl mit Kulleraugen? Grafisch raffiniertes? Das Plakat mit den schönsten Farben? Sehr unterschiedlich sind die Entwürfe, und fast ist es schade, nur einen wählen zu dürfen. Masskrug, Brezn, Riesenrad und Dirndl finden sich beinahe überall.

Ein Künstler hat verschiedene bernsteinfarbene Schichten in Wellen übereinander gelegt; soll das vielleicht stilisierten Bierschaum darstellen? Ein Rätselspiel sollte das Motiv wohl eher nicht sein, schließlich muss es auf mehr als 10 000 Plakaten für die Wiesn werben sowie Souvenirs und den offiziellen Masskrug schmücken. Die wenig einfallsreichen Plakate - Schrift auf Lebkuchenherz - dürften es wohl schwer haben gegen die raffinierteren; zwei Masskrüge, deren Schaum beim Zuprosten ein Herz bildet zum Beispiel.

Oder ist hier, im Vorentscheid, sowieso nur wichtig, wer Freunde und Familie zum Abstimmen bewegen kann? Nun, sagen wir so: Unter den Onlinewählern werden Plätze im Schottenhamel-Festzelt verlost. Das ist dem wiesnaffinen Münchner durchaus einen Klick wert, vielleicht auch zwei. Ob diese nun ein Zebra treffen oder nicht.

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