Oktoberfest 2013 Mehr Platz auf der Oidn Wiesn

Oktoberfestbesucher fahren 2011 Kettenkarussell auf der historischen Wiesn. Im Hintergrund sieht man das Riesenrad des "regulären" Oktoberfests. 

(Foto: Stephan Rumpf)

2011 unterlag er noch dem Hofbräuhaus, dieses Jahr reichte er ein ganzes Buch als Bewerbung ein: Der Gastronom Beppi Bachmaier kehrt mit seinem Herzkasperl-Zelt auf das Oktoberfest zurück. Dafür will die Stadt in dem Musikantenzelt vor allem Volksmusik für junge Leute hören.

Von Astrid Becker

Die Entscheidung ist gefallen: Beppi Bachmaier vom "Fraunhofer" kehrt mit seinem Herzkasperl-Zelt auf die Oide Wiesn zurück. Das hat der dafür zuständige Stadtratsausschuss "Arbeit und Wirtschaft" in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen - und damit den Wirten des 2011 dort vertretenen Zeltes "Zur Schönheitskönigin", Gerda und Peter Reichert, und Hofbräu eine Absage erteilt. Stattdessen wird in Bachmaiers um 500 Plätze vergrößertem Musikantenzelt künftig Hacker-Pschorr-Bier aus dem Holzfass und in Steinkrügen ausgeschenkt. Aber auch darüber hinaus soll die Oide Wiesn in ihrem Angebot wieder sehr stark an die Jubiläumswiesn von 2010 erinnern.

So soll es künftig auch wieder ein Museumszelt und ein Marionettentheater geben. Auch das Traditions-Festzelt von Toni und Christa Winkler wird wieder vertreten sein - wie eben auch das von 1000 auf 1500 Plätze vergrößerte Musikantenzelt, für das vier Kandidaten näher geprüft wurden, wie es heißt. Durchgesetzt hat sich dafür Bachmaier. Eine Entscheidung des Ausschusses, die durchaus überrascht: Denn der Betreiber der Gaststätte und der Bühne im Fraunhofer war bereits auf der Jubiläumswiesn 2010 mit seinem Herzkasperlzelt auf der Theresienwiese vertreten. Ein Jahr später jedoch wurde Bachmaier die Zusage verweigert.

Damals setzten sich das Wirtepaar Gerda und Peter Reichert gegen ihn durch, die in Herrsching den "Seehof" führen und eine umfangreichere und aussagekräftigere Bewerbung abgegeben hatten. So hatte die Stadt damals jedenfalls ihre Entscheidung begründet. Zudem waren die Herrschinger Wirte in München keine Unbekannten: Gerda Reichert ist eine gebürtige Sperger. Ihre Brüder Michael und Wolfgang betreiben das Hofbräuhaus. Daher verwunderte es auch nicht, dass sie sich mit ihrem Mann Peter, selbst ein bekannter Volksmusiker, mit Hofbräu als Bierlieferanten für die Oide Wiesn bewarb.

Ein ganzes Buch als Bewerbung

Nun scheint sich der Hofbräuhaus-Vorteil ins Gegenteil gewandt zu haben: Die Reicherts unterlagen nun Beppi Bachmaier - wenngleich, wie es heißt, nur knapp. Der Wirt vom Fraunhofer hat offensichtlich aus seinen Erfahrungen der Vergangenheit gelernt und gleich ein ganzes Buch als Bewerbung eingereicht statt wie zuvor nur wenige Seiten. Damit überzeugte er die Ausschussmitglieder sowie das ins Verfahren involvierte Kulturreferat, das genaue Anforderungen an das musikalische Programm in diesem Zelt stellte.

Besonderen Wert legt die Stadt auf junge Volksmusik; sie forderte daher von den Bewerbern einen ausführlichen Programmentwurf für sieben Auftritte täglich mit jeweils 45 Minuten. Vor allem am Abend sollen in diesem Zelt Musiker zu erleben sein, die überregional bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Beppi Bachmaier, der durch seine Bühne im Fraunhofer über hervorragende Kontakte zur Künstlerszene verfügt, hat für die Oide Wiesn Musiker wie "Die Cuba Boarischen", "Federspiel" oder auch die "Keller Steff Band" vorgeschlagen.

Ähnliche Vorschläge dürften jedoch auch die Reicherts in ihrem Konzept aufgeführt haben. Sowohl Bachmaier als auch Peter Reichert sind jedenfalls überzeugt davon, sich in diesem Punkt nicht groß unterschieden zu haben. "Die Ausschreibung war sehr klar formuliert", sagt Reichert, der sich als guter Verlierer gibt: "Ich freue mich für den Beppi, den ich schon lange kenne. Unsere Chancen standen eh nur 50 zu 50, wir sind ja nicht in München ansässig."

Allerdings denkt er nun darüber nach, neben Herrsching auch in München als Wirt aufzutreten, um seine Chancen auf eine Zulassung auf der Wiesn in Zukunft zu erhöhen. Schließlich haben er und Hofbräu sechsstellige Summen unter anderem für das eigens dafür gebraute Bier, für 150 neue Holzfässer, für Zelt, Küche und Dekoration investiert - viel Geld jedenfalls, das sich mit einem einmaligen Auftritt auf der Wiesn nicht hereinholen lässt.