Werbung für Wasser: Die Wiesn-Wirte wollen dem Jugend-Alkoholismus mit günstigeren Preisen für Erfrischungsgetränke begegnen.
Noch sind die Preise der Wiesn nicht offiziell bestätigt: Dennoch steht bereits jetzt fest, dass alkoholfreie Getränke auch heuer wieder deutlich billiger sein werden als das Bier. Der Grund: Die Wirte reagieren mit großer Sorge auf den zunehmenden Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen und versuchen daher, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus mit günstigeren Preisen für Erfrischungsgetränke junge Menschen vom Alkohol abzuhalten.
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Auf dem Oktoberfest gilt seit langem der eherne Grundsatz, nicht nur Wasser billiger abzugeben als Bier, sondern auch Apfelschorle, Spezi oder Limo. (© Foto: ddp)
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Die SZ wollte wissen, ob es sich dabei nur um ein Lippenbekenntnis handelt und hat die Preise für alkoholfreie Getränke auf der Wiesn geprüft. Mit einem überraschenden Ergebnis: Ein Großteil der Festwirte verlangt dafür weniger als viele Gastronomen in der Innenstadt - und teilweise auch weniger als in den eigenen Lokalen.
Ein Herzensanliegen
"Die Jugend ist unser wertvollstes Gut", sagt Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer. "Deshalb ist es uns schon lange ein Herzensanliegen, nicht nur ein alkoholfreies Getränk, sondern mindestens zwei oder auch drei billiger anzubieten, um die Jugendlichen gar nicht erst zum Alkohol hinzuführen." Tatsächlich sind alle Wirte seit 2002 gesetzlich dazu verpflichtet, für mindestens ein alkoholfreies Getränk weniger als für das billigste alkoholische Getränk zu verlangen, also als für Bier. Doch es dauerte eine Weile, bis die Wirte dies begriffen hatten: Eine deutschlandweite Untersuchung des Instituts für angewandte Verbraucherforschung Köln hatte im Dezember 2002 ergeben, dass allein in Berlin 60 Prozent der untersuchten Lokale gegen diese Auflage verstießen, in München waren es zu diesem Zeitpunkt 16 Prozent.
Bier um 30 Cent teurer
Mittlerweile jedoch scheint das Bewusstsein der Wirte geschärft. Auf dem Oktoberfest gilt seit langem der eherne Grundsatz, nicht nur Wasser billiger abzugeben als Bier, sondern auch Apfelschorle, Spezi oder Limo. Jedes Jahr werden die von den Wiesn-Wirten kalkulierten Getränkepreise vom zuständigen Referat für Arbeit und Wirtschaft geprüft - allerdings geht es dabei eher darum, ob diese Preise womöglich sittenwidrig hoch sind. Als Vergleichsgrundlage gelten die Getränkepreise in der Innenstadt. Auch die SZ hat diesen Vergleich gewagt - wenngleich die diesjährigen Preise auf dem Oktoberfest noch nicht offiziell bestätigt sind. Lediglich beim Bier ist bereits, wie berichtet, von einer Steigerung um 30 Cent die Rede. Bei den alkoholfreien Getränken werden nur wenige die Preise anheben, schätzt Roiderer.
Ohnehin steigen die Preise für alkoholfreie Getränke auf der Wiesn seit Jahren wesentlich weniger als der Bierpreis. Während die Maß Helles 2006 in den großen Bierzelten noch für 7,40 bis 7,50 Euro verkauft wurde, musste nur zwei Jahre später bereits 8,20 bis 8,30 Euro bezahlt werden. Für einen Liter Wasser verlangten dieselben Wirte vor drei Jahren zwischen fünf bis 6,60 Euro, 2008 waren es zwischen 5,60 und 7,20 Euro - häufig noch deutlich weniger, als die Wirte in ihren eigenen Lokalen oder auch in der Innenstadt von den Gästen fordern. So kostete der Liter Wasser im Schottenhamel-Zelt 2008 6,00 Euro, in seinem Löwenbräukeller verlangt Christian Schottenhamel auf einen Liter hochgerechnet 7,60 Euro. Auch Roiderer will in seinem Gasthaus "Zum Wildpark" in Straßlach umgerechnet 6,40 Euro für den Liter, auf der Wiesn seit 2006 aber nur 6,00 Euro.
In der Innenstadt hingegen ist Mineralwasser um einiges teurer: So wird es beim "Donisl" nur in 0,2 Liter-Flaschen verkauft - für 2,50 Euro. Ein Liter würde demnach 12,50 Euro kosten. Der "Pschorr" bietet auch 0,75 Liter-Flaschen an, für 5,80 Euro, was einem Literpreis von 7,73 Euro entspricht. Im Hofbräuhaus gibt es zwar billiges Tafelwasser für einen Literpreis von 4,50 Euro, Mineralwasser liegt aber bei 8,40 Euro pro Liter. Wenn man bedenkt, dass zwölf Liter davon im Supermarkt für 6,00 bis 8,00 Euro zu haben sind, stimmen diese Preise bedenklich. Allerdings: Die Wirte müssen für Getränke auch mehr bezahlen als der Verbraucher im Handel - für Bier ebenso wie für Mineralwasser.
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(SZ vom 18.05.2009/pfau)
Die neueste Antwort
Liebe User,
danke für Ihre Hinweise - wir halten uns dann doch wieder an Adam Ries...
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Mathe ist schon so ne Sache....
Zitat: So wird es beim "Donisl" nur in 0,2 Liter-Flaschen verkauft - für 2,50 Euro. Ein Liter würde demnach zehn Euro kosten.
Alles klar...