Über die "Pflege als Pflegefall" diskutieren Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler und der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering. Und wer sich schon immer die Bibel von Bundestagspräsident Norbert Lammert oder dem Kabarettisten Eckart von Hirschhausen ausdeuten lassen oder an einem Workshop zum Bollywood-Tanz teilnehmen wollte, ist hier am richtigen Ort.

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Ob die zurückgetretene Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, am Kirchentag teilnehmen wird, wird sich erst Ende März entscheiden. Käßmann, die für 16 Veranstaltungen eingeplant war, hat sich Bedenkzeit erbeten. Die Termine, für die sie in ihrer Funktion als Ratsvorsitzende angefragt war, wird Präses Nikolaus Schneider, der amtierende EKD-Ratsvorsitzende, übernehmen.

Für Termine, wo Käßmann als Privatperson eingeladen war, "bleibt unsere Einladung bestehen", sagt der evangelische ÖKT-Präsident, Eckhard Nagel. Nicht teilnehmen wird der Ökumene-Minister des Vatikans, Kurienkardinal Walter Kasper. Wie die Veranstalter erklärten, ließ der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates sein Kommen absagen. Kasper, der am 5. März sein 77. Lebensjahr vollendet hat, sei nicht sicher, ob er zum ÖKT noch im Amt sein werde.

Der katholische Präsident des ÖKT, Alois Glück, hofft nun, dass nicht das ganze Treffen von dem "albtraumhaften Thema" Missbrauch geprägt sein werde.

Die anderen drängenden Fragen nach der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise, einer zukunftsfähigen Kultur und einem gerechten Frieden in Krisenländern wie Afghanistan seien auch wichtig. Für Kirchentagsteilnehmer, die eigene Missbrauchs-Erfahrungen haben, soll es psychologische Beratung geben.

Kirchentagspräsident Nagel begreift das Treffen denn auch als eine Chance, sichtbar zu machen, wo überall in der Kirche eine Kultur des Respekts gelebt werde und man sich von den Übergriffen deutlich absetzen könne. Im Sinne eines "Aufstands der Anständigen".

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(SZ vom 11.03.2010/amm)