Obermenzing 1000 Münchner demostrieren gegen Nazizentrum

Kein Neonazi-Zentrum in München-Obermenzing: Auftakt der Demo am Bahnhofsvorplatz Pasing.

Das Haus in Obermenzing hat sich als Treffpunkt der südbayerischen Neonazi-Szene etabliert, die WG-Bewohner haben offenbar auch Kontakt zu NSU-Unterstützern. Jetzt haben etwa 1000 Münchner gegen das Nazizentrum protestiert.

Etwa 1000 Münchner haben am Samstag gegen das sogenannte Nazizentrum in Obermenzing demonstriert. Sie zogen vom Pasinger Bahnhof zu dem Anwesen in der Car-Hanser-Straße, wo seit Dezember 2012 drei bekannte Rechtsextremisten in einer Wohngemeinschaft zusammenleben.

Das Einfamilienhaus hat sich als Treffpunkt der südbayerischen Neonazi-Szene etabliert. Zwei der WG-Bewohner kandidieren auf der Liste der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) für den Stadtrat; sie haben offenbar auch Kontakt zum NSU-Unterstützerumfeld. Die Demonstranten forderten die Räumung des Hauses und warben für Solidarität vor allem mit potenziellen Opfern von Nazi-Gewalt und -Propaganda.

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Die Demonstration verlief weitgehend ohne Zwischenfälle. Neonazis waren nicht aufgetaucht, die BIA hatte stattdessen eine Reihe von sechs Kundgebungen, verteilt im gesamten Stadtgebiet, unter dem Motto "Gegen Asylmissbrauch und Ausländerkriminalität" veranstaltet.

Erst kurz vor Schluss wurden zwei Linke vorübergehend festgenommen, weshalb es zu einem Gerangel mit der Polizei kam. Dabei setzte ein Beamter Pfefferspray ein, sagte ein Polizeisprecher. Die Demo-Organisatoren kritisierten dies als unverhältnismäßig.