Während Christian Ude (SPD) mit 66,7 Prozent triumphiert, kommt der CSU-Kandidat Josef Schmid lediglich auf 24,5 Prozent. Im Stadtrat ist es nur wenig besser.
Christian Ude ist mit überwältigender Mehrheit als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt bestätigt worden. Nach Auszählung aller Stimmbezirke kommt der Sozialdemokrat auf 66,7 Prozent der Stimmen. Auf den Herausforderer Josef Schmid (CSU) entfielen nur 24,5 Prozent, das ist das schlechteste Ergebnis seit 1966. Bei der Stadtratswahl verliert die SPD mit 41,0 Prozent leicht, die CSU büßt stark ein und landet bei 30,0 Prozent.
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Während der Sieg Udes höchstens in der Höhe überraschend ist, kommt die schwere Niederlage der CSU bei der Stadtratswahl unerwartet. Statt der angestrebten relativen Mehrheit und der Option einer großen Koalition muss sich die Partei mit erheblichen Verlusten und weiteren Jahren auf der Oppositionsbank abfinden.
Einer Fortsetzung der rot-grünen Rathauskoalition steht demnach nichts im Wege, zumal sich die Grünen bei der Wahl zum Stadtrat von 9,6 auf 11,0 Prozent verbessern. Die FDP erreicht 6,4 Prozent (3,6 Prozent im Jahr 2002), die Linke kommt auf 3,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 47,7 Prozent. Im Jahr 2002 betrug sie 51 Prozent.
Im Vergleich zu Hans Podiuk, dem OB-Kandidaten der CSU vor sechs Jahren, hat Josef Schmid ebenfalls verloren. Podiuk kam seinerzeit auf 29,2 Prozent. Ude wiederum hat sein damaliges Ergebnis um rund zwei Prozent verbessert. Der Sieger strahlte schon am frühen Abend übers ganze Gesicht: "Ich kann mich bei der Münchner Bevölkerung nur bedanken für dieses Vertrauensvotum. Riesig freue ich mich, dass sich die SPD als stärkste Fraktion behaupten konnte und das wir das rot-grüne Bündnis fortsetzen können."
Die Sozialdemokraten hatten nach den Wahlen in Hessen und Hamburg insgeheim befürchtet, es könne auch in München nicht mehr für Rot-Grün reichen. Noch am Sonntagnachmittag hieß es wegen der niedrigen Wahlbeteiligung im Udelager, man sehe "schwarz". Am Abend herrschte dann Euphorie. Das Ergebnis sei eine schallende Ohrfeige für die CSU.
Münchens SPD-Chef Franz Maget: "Das ist ein phantastisches Ergebnis für die SPD in Bayern und ein großer Sieg für Christian Ude." Mit tosendem Applaus wird Ude bei der SPD-Wahlparty im Georg-von-Vollmar-Haus begrüßt. Vorgänger Georg Kronawitter empfängt ihn mit den Worten: "München ist und bleibt Christian Ude."
Der Gefeierte sagt unter dem Jubel des Parteivolks: "Mehr an Zustimmung kann man sich eigentlich gar nicht wünschen." Eine kleine Spitze gegen die CSU kann er sich nicht verkneifen: "Lustig finde ich, wie die CSU jetzt darüber nachdenken muss, wie sie die starken Verluste rechtfertigt. Auf einmal merken sie, dass der Transrapid bei den Bürgern nicht ankommt."
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Die neueste Antwort
"Die Menschen es solches Wahlkampfgetöse leid."
Das glaube ich nicht. Denn gerade Getöse (und vo allem Stimmungsmache) hat zu dem Erfolg von Ude und der SPD geführt.
Ude und die SPD sind nur einfach viel geschickter darin, mit Desinformation (insbesondere zum Thema Transrapid, man erinnerer sich nur an das Plakat "CSU verhindert Volksentscheid") und persönlicher Diskreditierung (der ach so schlimme Lausvergleich) Stimmung zu machen und zu punkten. Die Münchner CSU hat das ja zum Teil dann auch versucht. Aber das muss sie halt noch ein bisschen üben bzw. von der SPD lernen. Denn eines ist heutzutage klar: mit sachlichen Informationen erreicht man keine Wähler mehr. Nur mit möglichst einfach und plausibel klingenden Formeln, die auf ein Plakat passen. Ob das dann alles den Tatsachen entspricht, ist völlig egal. Hauptsache es klingt für Greti und Pleti plausibel.
Traurig aber wahr. Mehr gibts dazu eigentlich kaum zu sagen....
PS: Den "netten" Eintragern in mein Gästebuch - nein, ich wandere nicht aus und werde weiter für eine fortschrittliche und ökologische Politik kämpfen.
Das Triumphgeschrei ist berechtigt. Denn es ist - mangels besserem Wissen - anzunehmen, dass auch die schweigenden Nichtwähler insgesamt ähnlich gestimmt hätten wie die Wähler.
Und wenn
Es ging um den Transrapid und eine Abstrafung der CSU. Die wird sich mit dem neuen Duo Infernale noch wundern. Und Schmid hat es mit Koch-Parolen probiert, kläglich gescheitert...
G'wählt is g'wählt. Und vo dene de wo dahoam blibm san werstas ned wissn warum.
So is des in dera Demogradie. Midm oiwei umananda Kridisirn bringds ihr d'Leit as näkste Moi a ned an d'Urne.
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