Von Berthold Neff

Die Siegchancen des CSU-Herausforderers sind gering - trotzdem kämpft Josef Schmid weiter um Stimmen. Der OB-Kandidat setzt auf die Zukunft.

Josef Schmid ist keiner, der vor dem schier Unmöglichen kapituliert. "Ich mag sowohl die Blauen als auch die Roten", bekennt er in einem Fragebogen zur OB-Wahl. Ob das die Fans verstehen können, die sich am gestrigen Mittwochabend beim Pokal-Ortsderby zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 für den Sieg ihrer Mannschaft die Kehlen heiser gesungen haben?

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Wer in München Fußball lebt, muss sich früh entscheiden, ob er es mit der Millionentruppe von der Säbener Straße hält oder aber mit den Löwen zittert, die ihrem maroden Stadion in Giesing und einer glorreichen Vergangenheit nachtrauern.

Nur bei den Löwen wohnt dem seltenen Triumph schon die spätere Tragik inne, so dass Schmids Kontrahent, OB Christian Ude, die Frage nach seinem Lieblingsverein mit nur drei Wörtern beantwortet: "Sechzig, Sechzig, Sechzig".

Und als ob er nicht einmal Münchens Sehenswürdigkeiten vergrätzen wollte, fällt Schmid, am Stadtrand in Allach zu Hause, auf die Frage nach seinem Münchner Lieblingsort nur ein: "Da gibt es viele." Solche Versuche, allen zu gefallen, sind offenbar Teil der Taktik, mit der Josef Schmid, Rechtsanwalt und Diplom-Kaufmann, möglichst viele Wähler von dem überzeugen will, was seine Partei plakatiert: Dass er der "Oberbürgermeister für Münchens Zukunft" ist.

Schmid sagt, er sei für die Moschee, präsentiert aber zugleich so viele Einwände dagegen, bis klar ist, dass er sie sich am Gotzinger Platz nicht vorstellen kann.

Er will den Transrapid, fordert aber zugleich, ihn im Stadtgebiet in den Untergrund zu verbannen, was die wohl ohnehin optimistische Kalkulation Makulatur werden ließe. Kurzum, verfährt nach dem Motto "Im Prinzip ja, aber", er mag oder kann sich nicht festlegen.

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