Elefanten, keine Flüchtlinge: Das Kreisverwaltungsreferat wacht nach dem Verdacht auf Tierquälerei mit Argusaugen über die Elefanten im Circus Krone.
Es hob zum Jahresende ein gewaltiges Rauschen an im deutschen Blätterwald. Die Empörung schlug sich Bahn in riesigen Lettern. Von schlimmen Zuständen war die Rede und von Strafe, die nun folgen müsse angesichts dieser tierunwürdigen Umstände. Tierunwürdig? Genau. Dieses Wort musste erst konstruiert werden, um dem inkriminierten Sachverhalt gerecht zu werden.
Tierunwürdig? München sorgt sich um die Elefanten im Circus Krone. (© Foto: dpa)
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Ging und geht es doch noch um die Art und Weise, wie der fast allseits geschätzte Circus Krone mit seinen Tieren umgeht. Vor allem, wenn er auf Reisen ist. Von viel zu kleinen Boxen ist da die Rede, in denen Pferd und Elefant hausen müssten. Davon, dass die Elefanten Spuren von Fesseln an den Füßen hätten und vom so genannten Weben, dass sie also vor lauter Verzweiflung Kopf und Hals rhythmisch hin und her bewegten, was zugegebenermaßen wirklich den Anschein heftiger Verzweiflung weckt. Der Circus Krone nun macht sich, konfrontiert mit den Vorwürfen, eine tierische List zu eigen, nämlich die des Vogel Strauß, und steckt den Kopf in den Sand respektive in den Dung der Pferde und Elefanten und sagt gar nichts.
Ob das Unternehmen mit dieser Methode langfristig Erfolg hat, sei dahingestellt. Trotzdem sollte man, da nun schon mal Vorwürfe solcherart auf dem Tisch liegen, über den Zirkus um den Circus nachdenken. Zum Beispiel darüber, ob es wirklich zeitgemäß ist, das Volk mit elefantösen Handständen oder Pirouetten drehenden Pferden zu unterhalten. Ob es also prinzipiell tierwürdig ist, Hund, Wildkatz' oder welches Vieh auch immer dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie in freier Wildbahn nie und nimmer täten.
Schon weil es in der Serengeti oder in Amerikas Savannen keine brennenden Feuerreifen gibt. Geschweige denn Dompteure, die dazu auffordern, durch selbige zu springen. Es verlöre wohl auch der Elefant seinen Rang als König der Wildnis, machte er unterm Affenbrotbaum einen Handstand. Tiger, Schlange und selbst Hyäne lachten sich kaputt. Doch es ist halt das circensische am Zirkus, dass in der Manege Dinge passieren, die sonst nirgendwo passieren (außer bei der Konkurrenz). Dazu gehören eben Feuerreifen und Elefantenhandstand.
Natürlich zieht das Argument, in Zeiten eines Las-Vegas-erprobten Cirque du Soleil oder eines traumhaften kleinen französischen circensischen Märchens namens "Le Jardin" brauche man keinen Zirkus mehr mit Tieren, die sonderbare Dinge tun. Es reichen ja schon Menschen, die sich verbiegen oder auf Seilen herumtanzen. Doch zieht man den Vergleich zwischen dem Leben eines Zirkus-Elefanten und dem eines aus dem Zoo, hat der Manegen-Dickhäuter sicher ein weitaus spannenderes Leben als sein Kompagnon, der sich den lieben langen Tag von Menschen anstarren lassen muss, ohne zeigen zu können, was er alles kann, wenn's sein muss, auch einen Handstand.
Aber natürlich, das Ambiente sollte schon stimmen. Genügend Raum braucht das Tier tagsüber, um fit zu sein für den abendlichen Auftritt; und Fesseln machen auch keinen schlanken Fuß. Darüber wacht nun das Kreisverwaltungsreferat mit Argusaugen.
Übrigens: Es gab im nun ablaufenden Jahr auch ein paar Berichte über Menschen, die zu zehnt in einem winzigen Flüchtlingscontainer leben, gerne besucht von ein paar Ratten. Das Rauschen der Blätter darüber war kaum vernehmbar. Und es dauerte viele Monate, bis die Behörden zur Kenntnis nahmen, dass das Leben dieser Menschen nicht menschenwürdig ist. Geschweige denn tierwürdig. Sind ja keine Elefanten, nur Flüchtlinge.
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(SZ vom 27.12.2008)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Die neueste Antwort
Tiere gehören nicht in den Zirkus sondern in die freie Wildbahn.........
grundsätzlich ist diese Aussage wohl richtig...nur dabei spielt dann wohl
der Zirkus eine relativ geringe Rolle.
Denn wenn diese Aussage zutreffen sollte müssten wir unsere Einstellung
und unser Verhalten wohl grundlegend ändern.
Beginnen müssten wir dann wohl erstmals bei unserer Nahrungsaufnahme.
Denn leider essen die meisten Menschen das Fleisch von millionen gequälter Tiere
und dies unterstützen wir selbst??? In Deutschland....
Was ist dann mit dem Wellensittich daheim in seinem extra in der Zoohandlung gekauftem Käfig?
Das neue Gesetz für die Haltung von Legehennen, welches seit diesem Jahr in
Kraft tritt ist im Vergleich zu der Tierhaltung in Zirkusbetrieben ja auch nur ein Witz.
Jedes Huhn bekommt nun 800 quadrat-zentimeter, kein Sonnenlicht, keine frische
Luft....
Also was bleibt...selbstständig denken, handeln und Verantwortung übernehmen.
Die Fakten zeigen nur das die Tiere in guten Zirkusbetrieben es besser haben als
unsere eigenen Nutztiere.
Warum messen wir mit zweierlei Maß?
Wahrscheinlich wegen "Dem Zirkus um den Circus"
www.pro-wildlife-circus.de
Der Lebensraum "Zirkus" ist für die Tiere viel zu klein. Großkatzen z.B. stoßen nach einigen Schritten an Gitterstäbe, zwischen denen sie stundenlang verzweifelt hin und her streichen. Bären wiederum, eine von Natur aus sehr neugierige Art, leiden vor allem unter der Monotonie des Zirkusalltags. Und an Perversion grenzt die Haltung von Seelöwen: Tiere, die in freier Wildbahn bis zu 100m tief tauchen, müssen ihr Leben in umgebauten LKW's fristen. Hinzu kommt bei allen Tieren der krank machende Streß durch die ständigen Transporte und Auftritte vor klatschendem und johlendem Publikum. Deswegen sollte man in Zirkusse gehen, in denen nur Menschen auftreten, wie den Chinesischen Zirkus, Cirque du Soleil oder Flic Flac.
Mit viel Esprit oder Witz sind in diesem Artikel , Denkvorgänge beschrieben. Wahrscheinlich machen sich nicht genügend Menschen diese zu nutzen. Denn das
Problem welches hier so trefflich beschrieben wird, ist nicht ganz so einfach zu lösen.
Ein jeder, ob Zirkusbesucher, Zoobesucher, oder auch jedem Menschen dem das
Wohlergehen der Tiere am Herzen liegt sollte anfangen verantwortlich nachzudenken.
Die Synthese der Flüchtlingen ist zwar sehr gewagt, dennoch war. Und es zeigt
wie flach doch ein Verbot der Wildtierhaltung wäre. Ebenso wie die Synthese mit
den "Zoo-Bewohnern".
Also was tun? Es ist eine sehr beliebte Eigenschaft der Menschheit, wenn wir etwas
nicht mehr wollen-dann weg damit!!! Nur den Tieren ist damit leider nicht geholfen.
Wir sind auch dafür das wir uns alle verantwortlicher zeigen sollten.
Denn der nachlässige Arbeiter und der mutwillige Zerstörer sind Brüder.
Außerordentlicher Artikel!!!!!
www.pro-wildlife-circus.de