NSU-Prozess in München Kirchen unterstützen Angehörige

Nach dem katholische Erzbistum München hat nun auch die evangelische Landeskirche den Angehörigen der NSU-Opfer finanzielle Unterstützung zugesagt. Mit dem Geld soll ihnen die Teilnahme am Prozess als Nebenkläger ermöglicht werden.

SZ

Auch die evangelische Landeskirche hat den Angehörigen der NSU-Opfer nun finanzielle Unterstützung zugesagt. Mit dem Geld soll ihnen die Teilnahme am Prozess als Nebenkläger ermöglicht werden. "Wir sind seit längerem mit den Angehörigen der NSU-Opfer im Kontakt", erklärte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Als man erfahren habe, dass dringend weitere Finanzmittel nötig seien, um Reise- und Aufenthaltskosten zu bezahlen, habe die Landeskirche beschlossen, 20.000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Das katholische Erzbistum München hatte bereits Mitte März Unterstützung in gleicher Höhe sowie Unterkunftsmöglichkeiten im Tagungshaus Schloss Fürstenried zugesagt. Barbara John, die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der NSU-Morde, lobte das Engagement der Kirchen.

Leider gebe es von staatlicher Seite keine Möglichkeit, den Angehörigen ihre Reise- und Aufenthaltskosten vorzustrecken. Die Kosten der Nebenkläger müssten nach einem gewonnenen Prozess zwar von den Angeklagten, oder falls diese nicht zahlen könnten, vom Staat erstattet werden, "aber dies kann lange dauern".