Die Stadt hat ihr Platzangebot in den Betreuungseinrichtungen fast verdoppelt, und doch ist die Nachfrage größer als das Angebot.
Erst am Dienstag nahm der Stadtrat wieder viel Geld in die Hand. Sein Schulausschuss beschloss den Bau von einem Kindergarten, zwei Kindertagesstätten und drei Horten - Investitionskosten für die insgesamt 510 neuen Betreuungsplätze: 11,6 Millionen Euro.
Nicht alle Kinder kommen in einen solchen Genuss: Der Waldkindergarten in Trudering. (© Foto: SZ / Hess)
Anzeige
"Wir bauen unser Angebot kontinuierlich aus", pries der SPD-Stadtrat Haimo Liebich den Baubeschluss - und doch wissen er und seine Ratskollegen wie tausende Eltern, die sich vergeblich bemühen, ihr Kind in einer städtischen Tagesstätte unterzubringen: Es reicht nicht, und die Nachfrage nach Kinderbetreuung in der Stadt bleibt weiter höher als das Angebot.
Immer mehr Kleinkinder in Betreuung
Rund 190 000 Kinder leben derzeit in München, prognostizierte Tendenz: eher fallend. Doch immer mehr Familien wollen ihre Kinder immer früher außer Haus betreut wissen. War 1999 noch die Hälfte der Münchner Eltern der Meinung, Kinder gehörten erst in einem Alter von drei Jahren in einen Kindergarten, so wollte 2005 nur noch ein Viertel auf außerhäusliche Betreuung ihrer Kleinsten verzichten.
Folge dieses Einstellungswandels, aber auch der zunehmenden Abhängigkeit vieler Familien von Beruf und Einkommen beider Elternteile: Der Run auf freie Plätze in Krippen, Kindergärten und Horten hat sich so sehr verstärkt, dass das ehrgeizige Ausbauprogramm der Stadt seinem Ziel einer ausreichenden Versorgung mit Tagesbetreuungsplätzen nur schleppend näher kommt. Nach städtischen Bedarfsrechnungen fehlen gut 6000 Krippenplätze, rund 5000 Kindergartenplätze und mehr als 1000 Hortplätze.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Endgültiger DFB-Kader für EM
Die neueste Antwort