Mit einem beherzten Schubs hat ein Passagier auf dem Münchner Flughafen einen mutmaßlichen Flugzeugentführer außer Gefecht gesetzt. Der Mann, der zuvor mit einer falschen Bombendrohung eine Notlandung erzwungen hatte, wurde verletzt auf dem Rollfeld festgenommen.

Unmittelbar nach dem Start hatte der Türke am Dienstagabend mit einer Bombendrohung die 154 Passagiere und 7 Crewmitglieder an Bord des Airbus A 320 in Angst und Schrecken versetzt. Gegen 21.00 Uhr hatte der Mann plötzlich angegeben, es sei ein Sprengsatz an Bord. "Dabei hat er mit dem Handy herumgefuchtelt", sagte ein Polizeisprecher. "Für die Passagiere und die Crew war eine Bedrohungssituation gegeben." Der Pilot löste sofort Alarm aus und steuerte wieder zum Münchner Flughafen zurück.

Der Airbus 320 nach der geglückten Notlandung (© Foto: dpa)

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Der 28-Jährige, der sich bei dem Sturz den Knöchel gebrochen und an der Wirbelsäule verletzt hat, gab in einer ersten Vernehmung Eheprobleme als Tatmotiv an. Der aus der Ost-Türkei stammende Mann, der für den gesamten Juni ein Visum besaß, hatte laut Polizei Kontakt zu seiner getrennt von ihm lebenden Frau aufnehmen wollen, die im Raum Hamburg lebt. "Diese Kontakte kamen aber nicht zustande", sagte ein Polizeisprecher.

Vermutlich aus der Überzeugung, er könne ohne seine Frau nicht zu seinen Angehörigen in der Türkei zurückkehren, habe der 28-Jährige kurz nach dem Start von Flug FHY 234 mit der angeblichen Bombe gedroht. "Es war eine eindeutig privat motivierte Tat, so angespannt die Situation auch war", hieß es bei der Polizei.

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