Der letzte Teil der SZ-Serie über Armut in der reichen Stadt: Sozial-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) spricht im Interview über Gesetzesmängel, neue Unterschichten, Mindestlöhne und Möglichkeiten der Hilfe.
Über die Gesichter der ,,Armut in einer reichen Stadt'' hat die SZ in den vergangenen Wochen berichtet. Die Serie wird nun abgeschlossen durch das Interview mit der für Soziales zuständigen Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) über Auswirkungen der Armut und Möglichkeiten, Menschen in Notlagen zu helfen.
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SZ: München glänzt als reiche und schöne Stadt. Gäste glauben oft gar nicht, dass es hier auch Armut geben soll. Wo zeigen sich die Schattenseiten in einer reichen Stadt?
Strobl: Die Armut zeigt sich hier nicht im Zentrum, dort, wo die Touristen hingehen, sondern in den Stadtvierteln. Sie zeigt sich zum Beispiel in der Schule, wo man merkt, dass manche Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten haben, das Geld für Klassenfahrten oder Schullandheimaufenthalte aufzubringen. Sie zeigt sich in den Schlangen bei Essens- oder Lebensmittelausgaben. Es ist nicht alles Gold, was hier bei uns glänzt. Wobei die Menschen versuchen, ihre Armut nach außen hin nicht so sichtbar werden zu lassen, gerade ältere Leute.
SZ: Weil sie sich, mitten in so viel Reichtum, ihrer Situation schämen?
Strobl: Das ist eine Folge der starken Gegensätze hier bei uns. Wenn ich durch die Maximilianstraße gehe und mir anschaue, was da ein Rock oder ein Kleid kostet, oder sehe, wie der viele Reichtum gelegentlich in der Stadt zelebriert wird - da fallen Arme schon auf. Wir müssen aufpassen, dass die Stadtgesellschaft nicht in verschiedene Teile zerfällt. Auf der anderen Seite gibt es zum Beispiel Serviceclubs wie die Rotary oder die Lions Clubs, die nicht nur versuchen, Geld zu geben für Arme, sondern sich auch um die Leute kümmern. Ich halte es für ganz wichtig, dass diese verschiedenen Welten in Berührung kommen und sich nicht voneinander abgrenzen.
SZ: Wie ist es um das soziale Bewusstsein der Münchner bestellt?
Strobl: Ich glaube, dass das bürgerschaftliche Engagement in München sehr ausgeprägt ist. Es wird nicht nur versucht, mit Geld zu helfen, sondern es kümmern sich viele ehrenamtlich um bestimmte Gruppen.
SZ: Worauf führen Sie es zurück, dass die mit Armut verbundenen Probleme auch in München gestiegen sind?
Strobl: Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat daran großen Anteil. Der Regelsatz wird als Pauschale gezahlt, die alles abdecken soll. Früher hatten wir noch die Möglichkeit, bei Bedarf die Menschen mit einmaligen Leistungen zu unterstützen, etwa für den Kauf einer Waschmaschine.
Gleichzeitig ist heute die Langzeitarbeitslosigkeit angewachsen. Und auch bei den Rentnern, da stimmt die Mär vom Langzeiturlaub auf Mallorca nicht: 2004 lag die Durchschnittsrente für einen Münchner Rentner bei 708 Euro - da muss man erst mal schauen, wie man davon in dieser Stadt leben kann. In zehn oder 20 Jahren wird der Trend bei den Renten weiter nach unten gehen, weil die Leute, die jetzt arbeitslos waren oder Niedriglöhne bezogen haben, in Rente gehen. Da wird die Rente wohl kaum zum Leben reichen.
SZ: Wie sieht es bei den Familien aus, deren Arbeitseinkommen nicht zum Leben reicht?
Strobl: Wir stellen die Infrastruktur für Familien so günstig wie möglich zur Verfügung, um sie so zu unterstützen. Unsere gestaffelte Kinderbetreuungsgebühr ist da ein wichtiger Punkt: Wer wenig Geld hat, braucht für die Kinderbetreuung nichts zu bezahlen.
SZ: Kann ein gesetzlicher Mindestlohn das Problem lösen? Schon heute werden ja tariflich vereinbarte Löhne weit unterhalb der diskutierten 7,50 Euro oder 8,20 Euro pro Stunde gezahlt.
Strobl: Der Mindestlohn wird das Problem nicht lösen, aber mildern. Es kann doch nicht sein, dass es Leute gibt, die täglich acht Stunden arbeiten, aber davon nicht leben können. Da muss etwas passieren.
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Großbrand in Altstadt von Coburg
Die neueste Antwort
Hmm, irre ich mich, oder sind wir schon mal aufeinander getroffen? Bei dem Thema "Die Maß wird wieder teurer?" Da schrieben Sie, dass das noch zu billig sei, weil ja dann immer noch Hartz IV Empfänger da sein könnten und so weiter. Sie entpuppten sich als Verfechter der freien Marktwirtschaft. Hier stellen Sie sich als Hartz-IV Empfänger dar und stellen wiederum ausgesprochen provozierende Thesen in den Raum. Sind Sie die Chamäleons des SZ-Forums? Ironie habe ich jedenfalls in beiden Threads vermisst. Ist schon komisch, wenn Sie beide immer als Team auftreten. Speziell Klaus Z hat beide Beiträge begonnen mit den Worten: Skyworks hat Recht. Das gibt mir zu denken und trägt nicht dazu bei, Ihre Beiträge ernst zu nehmen.
Ch.Strobl , (geb.* 2. März 1961 in München) ist eine deutsche Politikerin in der SPD.
Strobl studierte an der Universität München Politikwissenschaft, Germanistik und Geschichte und arbeitet dort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Von 1985-1987 war sie Vorsitzende der Münchner Jungsozialisten und machte sich dabei insbesondere mit Umwelt-Themen einen Namen.
Seit 1990 war sie Münchener Stadträtin in der SPD-Fraktion, deren Vorstand sie seit 1994 angehörte. Sie war frauenpolitische und kinder- und jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.
Am 14. Dezember 2005 wurde sie zur 2. Bürgermeisterin von München gewählt und übt dieses Amt seit 1. Januar 2006 aus.
Christine Strobl ist verwitwet und hat zwei Kinder.
Liebe Frau Sweety, Ihre Wut ist berechtigt! Sie können bei entsprechendem Lebenslauf sicher sein, dass Frau Strobl Probleme, die für Sie Alltag sind, nicht nachvollziehen kann.
Problem-verharmlosend stellt sie ewig auf das - wir (von der Regierung und die reichen Münchner) tun genug- ab, notfalls haben wir ein gutes Sicherheitssystem.... (!)
In Ihrer Widersprüchlichkeit : Es gibt Armut, es gibt sie nicht!, zeigt die einst
frauenpolitische Sprecherin, nun 2.Bürgemeisterin, nicht nur eine hohe Inkompetenz ( zu deutsch-Dummheit) in Sachen Armut, sondern auch, dass sie mit ihrem "Bürgermeistervergütungund" der Witwenrente etc. gut zurecht kommt. Mit der mangelnden Sachkenntnis für das, worüber Strobl redet, steht sie nicht allein "in Amt und Würden".
Entschuldigung, dass ich mich ein wenig aufrege.
Ich hab zwar keine Ahnung, wie alt Sie sind, ich weiss auch nicht, wie sehr sie sich bemühen (wollen) eine Arbeit zu finden, ABER, sollten Sie in einem annehmbaren Alter und wohl auch noch gesund sein, sollten Sie evtl. auch noch über eine Schulabschluss verfügen, dann Pfui. Zwei Jahre Hartz IV, für eine evtl. gesunden, normalerweise arbeitsfähigen jedoch vielleicht arbeitsfaulen Menschen, und dann so ein Text.
Pfui.
Ich, alleinerziehend, zwei kleine Kinder und voll berufstätig, weils sonst nicht anders
geht und weil ich keine Lust auf Hartz IV hab, und es meinen Kindern auch nicht vorleben will, wenn's nicht sein muss.
(jetzt kommt Sarkassmus pur)
Zahle leidenschaftlich gerne für Menschen wie SIE.
Was sollten denn sonst von den Beiträge gezahlt werden, vielleicht eine Betreunungsstelle für meine Kinder ? Aber nicht doch.
Kernaussage:
Wie müssen hier nicht (keine Mauern) rummachen....
denn
Wir haben eine gute Sicherheitslage.!.
Strobl:
1.Die Armut zeigt sich hier nicht im Zentrum, dort, wo die Touristen hingehen,.
2.Das ist eine Folge der starken Gegensätze hier bei uns.
3.Gleichzeitig ist heute die Langzeitarbeitslosigkeit
4.Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat daran großen Anteil.
5.Der Mindestlohn wird das Problem nicht lösen
6....ist der Regelsatz für eine teure Großstadt wie München einfach zu gering.
7.Das größte Problem ist die Arbeitslosigkeit.
8... besonders bei Frauen
9.. es gibt ganz viele Menschen, die nicht selber dran schuld sind.
10..Aufgrund der Hartz-IV-Gesetzgebung ist es sehr schwierig, da einzugreifen
GP: *stimmt, Frau Strobel, gut, dass Sie es noch einmal aufführen*
Aber bitte , was tun sie oder was werden Sie gegen die Missstände unternehmen... ?*
Strobl:
Ich glaube, dass das bürgerschaftliche Engagement in München sehr ausgeprägt ist. ... ehrenamtlich....
Wir stellen die Infrastruktur für Familien so günstig wie möglich zur Verfügung, um sie so zu unterstützen. Unsere gestaffelte Kinderbetreuungsgebühr ist da ein wichtiger Punkt: Wer wenig Geld hat, braucht für die Kinderbetreuung nichts zu bezahlen.
GP:* das ist mir neu,.. aber wenn sie das so sagen...*
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