Springer und Lerchenberg haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung "zutiefst bedauert, mit der Satire der Fastenpredigt die Gefühle anderer verletzt zu haben". Dies sei nicht in ihrem Sinn gewesen. Sie hätten versucht, den Stil barocker Predigten künstlerisch einzusetzen. "Die Rede wurde im Vorfeld diskutiert, doch haben wir die Wirkung der satirischen Predigt an dieser Stelle bedauerlicherweise falsch eingeschätzt."

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Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt äußerte sich zerknirscht: "Wir bedauern, dass in der Fastenpredigt eine Grenze überschritten und ein Tabu verletzt worden ist." Man habe das Manuskript zuvor gelesen und die entsprechende Passage als kritisch empfunden, sie aber aus Gründen der künstlerischen Freiheit durchgehen lassen.

Im Manuskript war lediglich von einem "Zaun" die Rede. Beim Auftritt hat Lerchenberg den Text "nochmals verschärft" (Steinfatt) und den Zaun durch "Stacheldraht" ersetzt und hinzugefügt: "Hamma scho moi g'habt". Ob der Vorfall Konsequenzen für Lerchenberg und Springer hat, wollte Steinfatt nicht sagen: "So weit sind wir noch nicht. Wir müssen das Ganze Revue passieren lassen und dann über die Dinge intern beraten." Die Entscheidung werde wohl am Freitag fallen.

"Nichts vorzuwerfen"

Empört über die Rede äußern sich auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Lerchenberg hatte der Polizei vorgeworfen, beim Amoklauf in einem Ansbacher Gymnasium und bei der tödlichen Schlägerei in Solln zu langsam reagiert zu haben, während "in Regensburg zwei überforderte Polizisten zwölf Mal auf einen Geisteskranken schießen".

"Weder in Ansbach noch in Solln hat sich die Polizei irgendetwas vorzuwerfen", sagte der bayerische DPolG-Chef Hermann Benker. Es sei erschreckend, wie Lerchenberg die Polizei als "lahme, schießwütige und prügelnde Truppe" hinstelle. Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete den Spott über die Beamten als "grobes dummes Zeug".

Weitaus größeren Beifall als die Fastenrede erhielt Alfons Biedermanns Singspiel "Bavaria sucht den Superstar". Zwar gab es vereinzelt Stimmen, die die Show als zu unpolitisch bezeichneten, ganz ohne Zweifel aber avancierte Franz-Josef-Strauß-Double Helmut Schleich zum Helden des Abends.

Das Hinterfotzige an der Figur

Man darf sagen, Schleich hat den CSU-Übervater für eine Stunden wieder zum Leben erweckt. Er stellte eine Figur auf die Bühne, gegen die das derzeitige bayerische Politikerpersonal totenblass wirkte. Dabei ist Schleich keineswegs ein Strauß-Verehrer, wie er nach der Aufführung gestand: "Ich habe durchaus ein sehr distanziertes Verhältnis zum Strauß und sehe ihn nicht als den größten Bayern aller Zeiten." Aber die Rolle biete einen unschätzbaren Vorteil: "Das Hinterfotzige an der Figur ist, dass er der CSU alles einschenken kann, was er will, und die dürfen sich überhaupt nicht wehren, weil er ist ja ihr selbsternanntes Vorbild."

Helmut Schleich, Jahrgang 1967, ist alt genug, um eigene Erinnerungen an das Weben und Wirken Franz Josef Strauß' zu haben. "Wenn man so eine Figur parodiert, dann muss man sie auch irgendwo in sich spüren. Das muss man irgendwann einmal aufgesaugt haben, damit man das wieder rausspielen kann."

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  1. Der Eklat nach der Predigt
  2. Sie lesen jetzt "Grobes dummes Zeug"
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(SZ vom 05.03.2010/mikö)