Franz Josef Strauß ist auf dem Nockherberg zum Leben erwacht und begeistert die CSU-Riege. Söder torkelt dagegen als Proll über die Bühne - und ist froh, dass er überhaupt vorkommt. Die besten Bilder, Sprüche und Reaktionen.
Mehr Predigt als Derblecken bei Bruder Barnabas, weshalb minutenlang angespannte Stille herrschte beim Publikum, dann das deutlich leichtere Singspiel als Erlösung insbesondere für die schwarz-gelbe Politprominenz.
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Horst Seehofer kommt gerüstet auf den Nockherberg. "Ich habe heute einen Tag, an dem ich was vertrage", sagt er vor der Rede von Bruder Barnabas. Der Ministerpräsident ist so motiviert, dass er in den Saal stürmt, ehe der Defiliermarsch erklingen kann. "Ich lache gerne über andere, und andere dürfen auch über mich lachen", ist sein Motto. Und - oft gequält - lachen müssen sie auch während der Bußpredigt. Seehofer selbst ist anschließend enttäuscht: "Ich bin heute in meinen Nehmerqualitäten nicht gefordert worden", meint er einen Akt der Barmherzigkeit von Barnabas zu erkennen. Dennoch sei es "eine ernste, zornige Rede" gewesen.
Am Ende sei sie ziemlich deutlich ausgefallen. Zu deutlich, nach seinem Geschmack? "Das ist keine Sternstunde heute", meint Seehofer. Nach dem Singspiel aber dann der Stimmungswandel beim CSU-Chef: "Das war eine Sternstunde, besonders Strauß war super."
Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), einen Tisch weiter, konnte unterdessen schon die Predigt genießen als eine "sehr durchdachte und schlüssige Rede, mit ganz ernster und grundsätzlicher Kritik". Bruder Barnabas habe ins Schwarze getroffen, lacht Ude, der zunächst selbst nur einen Seitenhieb auf die Olympiabewerbung abbekommt und erst im Singspiel als Geldverschwender in der letzten Amtszeit vorgeführt wird. Trotzdem ist er voll des Lobes für das Ensemble, obwohl das Ude-Double eine Zeitsprung gemacht hat.
Der Original-Ude hinterher: "Jeder einzelne Charakter war gut ausgeleuchtet. André Hartmann war aber so, wie ich vielleicht in zehn Jahren einmal aussehen werde."
Für Theresa Schopper von den Grünen ist Barnabas Auftritt "hintersinnig und schenkelklopfend". Auch Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) findet ernste und lobende Worte: "Humorvoll und notwendig kritisch", lautet sein Fazit. Das Singspiel fand der Verteidigungsminister "traumhaft. Da hat mich einer studiert, wie ich mich selbst nicht hätte studieren können". Schön für ihn auch der Schwenk zu FJS: "Die Kombination mit Franz Josef Strauß war genial." Selbst Claudia Roth von den Grünen mochte die Figur. "So einer wird gebraucht in Bayern, das war die Auferstehung des Alten, Liebenswürdigen."
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist trotz wenig charmanter Worte über die Liberalen glücklich: "Das ist sehr amüsant und gibt Hinweise auf die eigene Arbeit."
Edmund Stoiber macht auf analytischen Ruheständler: "Hervorragend!" Allerdings sei die Stimmung am Abend etwas getragener als in früheren Zeiten, als das Derblecken noch am Vormittag stattfand. Umweltminister Markus Söder (CSU), sichtlich erleichtert, dass er überhaupt vorkam, lobt sein Double Stephan Zinner überschwänglich: "Toll, super gemacht."
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(SZ vom 04.03.2010/Philipp Crone/sonn)
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Toll, wie unser MP über sich selbst lachen kann,
und wie bei ein Ölprinz die Kritik an sich abperlen liess.
Das ist Weltklasse .
So lacht sonst nur der Dalai Lama.
ich weiß nicht, wie man die rede von herrn lerchenberg loben kann. ich mochte guido's hartz-IV ritik auch nicht, aber dass lerchenberg der fdp unterstellt, sie wolle wieder konzentrationslager für hartz-IV emüfänger einführen ist einfach nur geschmacklos. die rede war streckenweise einfach nur dumm und billigste linkspropaganda.
Nun ja, hätte Lerchenberg seine Kritik am Kauf der HGAA bei seinem Auftritt auf dem Nockherberg 2008 angebracht, würde ich ihn auch noch als für einen Philosophen halten.
Der "Bessaraber"-Deal mit dem Haider war ja damals schon bekannt und viele haben sich an den Kopf gegriffen. Nicht so der Herr Lerchenberg. Kein Ton damals. So kam er heuer letztlich auch nur eifernd siebengescheit herüber. Hätte er es witziger verpackt, hätte ich es durchgehen lassen, nicht aber wenn er so eine Seifenkistenrede hält.
...sich da auch noch reinzusetzen.
Und bei den Bemerkungen über seine Hypo-Milliarden grinst er auch noch dümmlich.
Was sind das nur für Menschen! Können die nicht mal loslassen, wenn sich schon so viel selbstverschuldeter Mist über ihnen zusammengebraut hat.
Einfach widerlich.
Also Lerchenberg und Springer repräsentieren sicher nicht "die da unten". Sie gehören genauso zum Establishment, wie die, die am Nokherberg "da unten" sitzen. Das Glück der beiden ist, daß die aktuelle Politikerkaste in ihrer Angst für humorlos gehalten zu werden, das ganze (offiziell) "herrlich" und "wunderbar" fanden. Wenn die aber mal die Idee kommen, daß man auf humorfreie Tiraden nicht humorvoll reagiern muß und nächstes Jahr wichtigere Termine haben, kann der gute Michi seine Rede vor der B- und C-Prominenz aus dem Stadtrat und den Bezirksausschüssen halten. Selbst wenn der Inhalt sachlich richtig wäre, war es in dieser Art die falsche Veranstaltung dafür.
Der Ausfall gegen die Polizei war übrigens auch meiner Meinung nach voll daneben. Lerchenberg meint wohl, daß Polizisten dazu verpflichtet sind ihre Gesundheit zu riskieren, damit den Tätern möglicht wenig geschieht. Als ob es nicht eine ständig brutaler werdende Gewalttätigkeit auch gegen Polizisten gäbe. Wie überheblich und dumm.
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