Nicht mehr zeitgemäß:München schafft Amt des Stadtchronisten ab

Eine Ära geht zu Ende: Seit 1845 hatte München einen offiziellen Chronisten, der täglich aufschrieb, was in der Stadt an wichtigen oder kuriosen Ereignissen passiert ist. Dieses Amt des Stadtchronisten gibt es jetzt nicht mehr. Die Kunsthistorikerin Brigitte Huber, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtarchiv tätig ist, hat am 31. Dezember vergangenen Jahres die letzten Einträge geschrieben. Knapp 20 Jahre hat Huber das Tagebuch geführt, doch jetzt ist Schluss. Im Münchner Stadtarchiv ist man übereingekommen, dass diese Art der fortlaufenden Geschichtsschreibung nicht mehr zeitgemäß sei und dass zudem die Mittel fehlten, die überbordende Fülle an täglichen Informationen zu überblicken und zu sammeln. Auf Wunsch König Ludwigs I. hatte der Magistrat im Jahr 1845 die Einrichtung einer Stadtchronik beschlossen. Der erste Chronist war Ulrich von Destouches. Dieser schrieb nicht nur das aktuelle Tagebuch fort, sondern er blickte auch zurück und dokumentierte die Ereignisse bis ins Jahr 1818. Insgesamt also sind in der Münchner Stadtchronik die Begebenheiten aus 200 Jahren festgehalten. Für Historiker und Freunde der Stadtgeschichte bietet die Chronik eine Fülle an Informationen über das Leben in München.

© SZ vom 26.01.2018 / wG - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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