Neuhausen/Nymphenburg Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Verrußt und verraucht: Der Kulturpavillon muss abgerissen werden.

(Foto: Robert Haas)

Nach dem Brand im Kulturpavillon tun sich interessante Ausweichquartiere auf, darunter sogar ein Krankenhaus

Von Sonja Nießmann, Neuhausen/Nymphenburg

Trotz der Zerstörung des Kulturpavillons an der Arnulfstraße 294 durch ein Feuer am Montagmorgen muss die Kultur im Viertel nicht auf Sparflamme laufen. "Es gibt eine Welle der Hilfsbereitschaft", berichtet Ingeborg Staudenmeyer, die Vorsitzende des Stadtteilkulturvereins. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder am Romanplatz, die Freizeitstätte Hirschgarten, der benachbarte Kleingartenverein, Kirchengemeinden, das Backstage, die Nachtgalerie, das Wirtspaar Vogel, das kürzlich mit seinem "Podium" von Schwabing nach Allach umgezogen ist - sie alle bieten Ausweichquartiere für die vom Verein für dieses Jahr geplanten Konzerte, Ausstellungen, Lesungen oder Vorträge an. Das Bildungsreferat will Räume in Schulen zur Verfügung stellen. Die Stadtbücherei und die Volkshochschule an der Nymphenburger Straße werden einspringen. Und selbst jene Veranstaltungen der Stadtteilwoche im Juni, die begleitend zum Hauptprogramm im Hirschgarten im Pavillon hätten stattfinden sollen, haben die Organisatorinnen im Kulturreferat schon umgebucht. "Wir müssen das jetzt halt koordinieren", sagt Staudenmeyer, "aber es läuft."

Gar nicht mehr notwendig, sich politisch unterstützend einzuschalten, mussten also einige Kulturpolitiker der SPD-Stadtratsfraktion feststellen, die am Freitagnachmittag einen Besichtigungstermin mit dem Verein am Kulturpavillon angesetzt hatten. Die CSU-Fraktion hatte schon einen Tag nach dem Brand einen Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Kulturausschusses am 23. März gestellt: Die Verwaltung solle sich um "temporäre Räume" kümmern und den Kulturverein auch bei der organisatorischen Abwicklung des Brandfalls unterstützen, forderten Kristina Frank und Richard Quaas.

Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, werde man den Abbruch des Pavillons in Auftrag geben, erklärte Bernhard Fuchs vom Kommunalreferat. Was das Gebäude betrifft, setzte er hinzu, sei kein wirklich großer Schaden zu beklagen: Der Pavillon, der einst als Pressebüro für die Olympischen Spiele 1972 gebaut worden war und dann lange die Nymphenburger Stadtbücherei beherbergte, sei doch schon sehr in die Jahre gekommen und wäre nach dem Umzug des Kulturvereins in das neue Kulturzentrum Trafo 2 an der Nymphenburger Straße ohnehin abgerissen worden, sagte Fuchs. Auf dem Areal soll ein Alten- und Servicezentrum für Nymphenburg errichtet werden. Bis der Trafo 2 bezugsfertig ist, wird es aber wohl Frühjahr 2018 werden.