Neugestaltung Neues Forum im Herzen Haderns

Noch ist der Platz zwischen St. Canisius und der Grundschule mit Containern zugestellt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird Haderns Dorfkern autofrei.

(Foto: Catherina Hess)

Der Stadtrat macht den Weg frei für eine Neugestaltung des Canisiusplatzes. Er soll zur Fußgängerzone werden. Anwohner, Lokalpolitik und Vertreter von Einrichtungen dürfen ihre Ideen einbringen

Von Berthold Neff, Hadern

Was in der Mitte der Stadt, auf dem Marienplatz, möglich ist, könnte auch im Herzen Haderns Wirklichkeit werden: Der Canisiusplatz soll nicht länger als Durchfahrt für Autos dienen, sondern nur noch den Fußgängern zur Verfügung stehen. Derzeit ist das weder den einen, noch den anderen vergönnt, denn seit etwa vier Jahren ist der Platz zwischen der Kirche St. Canisius und der Grundschule gesperrt, vollgelagert mit Baucontainern und schwerem Gerät. In diesem Jahr allerdings soll das Großprojekt Canisiusschule beendet sein; derzeit erledigen die Handwerker noch die letzten Arbeiten bei der Generalsanierung der 1911 erbauten Schule. Danach kommen die Baumaschinen weg - und es stellt sich die Frage: Was machen wir mit dem Platz?

Für die meisten Beteiligten ist die Antwort längst klar: Wir machen eine Fußgängerzone daraus. Heike Kunz, die sich kürzlich als Rektorin der Canisiusschule in den Ruhestand verabschiedete, hat mehr als 1000 Unterschriften gesammelt, um der Forderung nach einer Fußgängerzone Nachdruck zu verleihen. Sie erhofft sich davon mehr Sicherheit für die Schulkinder, die den Platz überdies zwar nicht als Pausenhof, aber für sonstige Aktivitäten nutzen könnten.

Im Bezirksausschuss, aber auch im Stadtrat, stieß sie damit auf offene Ohren. Im April 2015 stellten die beiden SPD-Stadträte Beatrix Zurek und Jens Röver den Antrag, den Platz grundlegend neu zu gestalten - ohne Durchgangsverkehr und mit einer intelligenten Anordnung der Haltestellen für Bücher-, Schwimm-, Sport- und Ausflugsbusse. Kurz darauf trafen sich Vertreter des Bezirksausschusses (BA) Hadern mit Experten der Verwaltung und der Schulleitung an Ort und Stelle. Man kam schnell überein, dass die Sperrung des Platzes für den Durchgangsverkehr tatsächlich eine gute Idee wäre. Man könnte, so der Vorschlag, die Haltestellen der Schul- und Bücherbusse in die Würmtalstraße verlegen, vier Stellplätze auf dem Schulgelände ausweisen und den Platz danach so gestalten, dass auch größere Veranstaltungen - etwa Christkindlmarkt oder Maibaumfest - dort stattfinden können.

Inzwischen haben die städtischen Experten das Projekt etwas näher untersucht und signalisieren durch die Bank Einverständnis. Es sei kein Problem, den Kfz-Verkehr zwischen Hartwaldstraße und Farnweg über den Platz zu unterbinden, sagt das Planungsreferat. Kein Problem auch, dass insgesamt etwa 25 Parkplätze wegfallen, denn das umliegende Straßennetz weise "keinen besonderen Parkdruck" auf, heißt es. Auch das Baureferat hält das Projekt für wünschenswert, da es der "Stärkung des Dorfkerns" diene. Man könnte, so der Vorschlag, auch die "überbreite" Fahrbahn des Farnwegs enger fassen und dem Canisiusplatz zuschlagen, was der Aufenthaltsqualität zugute käme. Denkbar wäre es, zugleich auch den Kirchvorplatz neu zu gestalten. Die Kirche St. Canisius entstand ein Dutzend Jahre nach der Schule, sie wurde 1926 von Kardinal Faulhaber eingeweiht.

Im Planungsausschuss des Stadtrats wurde das Projekt jetzt einstimmig auf den Weg gebracht. Das Baureferat wurde beauftragt, vor der Neugestaltung im Zuge einer Bürgerbeteiligung zu klären, wie genau der Platz aussehen soll. Beteiligt werden sollen Anwohner, Bezirksausschuss, Behindertenbeirat sowie Vertreter der Schule und der Pfarrei. Die Mitglieder des Bezirksausschusses Hadern haben den Plan, die Bürger zu beteiligen, ausdrücklich begrüßt.

Auch die Rathaus-SPD ist zufrieden. Stadtrat Jens Röver zeigte sich erfreut, dass es nun gelingen könnte, den Großhaderner Dorfkern zu stärken, indem hier "ein attraktiver Platz entsteht, auf dem man sich gern aufhält". Wichtig sei auch die nun beschlossene umfassende Bürgerbeteiligung. Ein solch neuer Quartiersplatz wäre für die Haderner "definitiv ein großer Gewinn".