Neues Logo Osram verbietet sich die Birne

Das Unternehmen gliedert das Geschäft mit Glühlampen und LED-Leuchten in eine Tochterfirma aus. Das neue Logo sollte nostalgische Gefühle berücksichtigen - aber die typische Birne ist raus.

Von Christiane Lutz

Auf Youtube gibt es ein Zeichentrickfilmchen, in dem eine Glühbirne namens "Professor Licht" einem Fachpublikum - bestehend aus Kerzenständern und Öllampen - unter tosendem Applaus eine neue Leuchtstofflampe vorstellt: "Macht das Leben schöner, hebt Arbeitsfreudigkeit, steigert Arbeitsleistung, verhindert Unfallgefahr." Am Ende singen alle gemeinsam.

Dieser Osram-Werbespot stammt aus den Fünfzigerjahren, als die Welt, zumindest aus heutiger Perspektive, noch weniger kompliziert war. Inzwischen hat sich das Münchner Unternehmen Osram von der traditionellen Glühbirne verabschiedet und verkündet, das Privatkundengeschäft mit Glühlampen und LED-Lampen auszugliedern. Diese Firma, zur Zeit auf der Suche nach einem Käufer, hat bereits einen Namen und jetzt auch ein eigenes Firmenlogo.

"Ledvance" wird die Tochterfirma heißen, also eine Verschmelzung aus LED und dem aus dem Englischen entnommenen "advance", was Fortschritt bedeutet. Bei der Kreation des Logos wurde, wie sich das für eine ordentliche Marke wie Osram gehört, viel Aufwand betrieben. "Wir fragten uns: Wo wollen wir mit der Marke hin? Für was wollen wir stehen?" sagt Oliver Vogler, stellvertretender Marketingchef bei Osram. Klar ist wohl: auf jeden Fall weg von der Birne. Im Ledvance-Logo sind zwar die typischen Osramfarben - sämtliche Schattierungen von Orange - und die Schriftart erhalten geblieben, "aber eine Nummer abstrakter als bei der klassischen Glühbirne" sollte es dann doch sein.

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Osram stehe ja für Lichtquellen und nicht mehr für die Glühbirne. Herausgekommen ist eine Kreisform, die dem Betrachter tatsächlich entgegen zu strahlen scheint. Das Symbol soll "Dynamik symbolisieren" und insgesamt "mutiger, moderner und jünger" wirken. "Allerdings soll die Form auf keinen Fall an einen Ball oder eine Zielscheibe erinnern." Damit das nicht geschieht, wurden die Abstände zwischen den Ringen und die Weißanteile im Orange genau auf ihre Wirkung geprüft. Am Wochenende wird das Ledvance-Logo auf der Messe "Light + Building" in Frankfurt enthüllt. Von Juli an, wenn die Tochterfirma auch rechtlich selbständig sein wird, hängt das Ledvance-Logo dann an den Werken und Landesgesellschaften.

Wer im Baumarkt allerdings künftig eine Osram-Leuchte kauft, kriegt von all dem Bohei nichts mit, denn auf den Packungen wird weiterhin nur "Osram" stehen und nicht "Ledvance". Damit niemand durcheinander kommt. Ledvance wird lediglich auf Briefköpfen, bei Kundengesprächen und an Firmenfassaden auftauchen.

Schade allerdings: Auch aus dem Osram-Logo der Mutterfirma, verrät Vogler, wird die gute alte Glühbirne "ab der rechtlichen Verselbständigung des Lampengeschäfts sukzessive verschwinden" - trotz nostalgischer Gefühle und stilistischen Einwänden, die der ein oder andere Lichtnutzer haben mag. Als Münchner immerhin kann man sich bei akuter Nostalgie einfach an den Stachus stellen und den wunderbaren "Hell wie der lichte Tag"-Schriftzug von Osram betrachten, mit dem einst schon Professor Licht geworben hat.

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