Eine Latte macchiato, Gummibärchen oder eine Bifi? Die S-Bahn bietet auf den Flughafenstrecken künftig einen Getränke- und Snackservice an.
Darf's eine Latte macchiato sein? Oder doch Gummibärchen und eine Bifi - macht 3,40 Euro, vielen Dank! An solcherlei Dialoge wird man sich gewöhnen müssen in den Flughafen-S-Bahnen. Dort rollen bald, zunächst nur in jedem zweiten Zug, Trolleys mit Snacks und Getränken durch die Abteile.
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In der Flughafen-S-Bahn gibt es bald Snacks und Getränke. (© Foto: Schunk)
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Der dreimonatige Pilotversuch startet am 15. März - und dürfte beim Partnerunternehmen MVG nur mäßige Begeisterung hervorrufen. Denn während bei der U-Bahn alle Zeichen auf Alkoholverbot stehen (in den Stationen ist es bereits in Kraft), bringt die S-Bahn die Flaschen nun selbst unter die Leute: 2,60 Euro kostet die Halbe Bier beim Trolley-Service.
Der Chips- und Semmel-Bringdienst, den die schon im Regionalverkehr tätige Cateringfirma IBS übernommen hat, zählt zu den ersten Aktionen des neuen S-Bahn-Chefs Bernhard Weisser, der sich vor allem den Fahrgastservice, die Pünktlichkeit und die Informationen bei Verspätungen ins Aufgabenbuch geschrieben hat.
"Wir probieren das einfach mal aus", berichtet der gebürtige Badener über den neuen Service auf den Flughafenästen von S1 und S8 - wohl wissend, dass eine ähnliche Initiative vor einigen Jahren mangels Kundeninteresses gescheitert ist. Läuft es diesmal besser, kann sich die Firma IBS auf einen Dauerauftrag, vielleicht sogar bei mehreren Linien, freuen. Freilich gilt es organisatorische Probleme zu beobachten - etwa, ob die Trolleys in den oft mit Gepäck zugestellten Gängen durchkommen.
Gesteigerten Wert legt Weisser, der am 1.Januar die Nachfolge von Michael Wuth angetreten hat, auch auf Lokalkolorit. Die von einer Automatenstimme bestrittenen Ansagen, "nächster Halt Marienplatz" etwa, werden im Laufe des Jahres neu aufgenommen - dann mit bayerischem Einschlag. "Natürlich sollen auch Norddeutsche die Durchsage verstehen", erklärt Weisser, sie werde aber hörbar münchnerisch eingefärbt.
Verbessern will der neue S-Bahn-Chef auch die inhaltliche Qualität der Ansagen und Anzeigen - bekanntlich fühlen sich viele Fahrgäste bei Störungen schlecht informiert. Von Herbst an sollen die Zugzielanzeiger an den Bahnhöfen frei programmierbar sein, damit bei Notverkehren jede Haltestelle dargestellt wird. Das ist derzeit nicht möglich, so dass Fahrgäste oft mit Verwirrung feststellen müssen, dass auf dem Zug ein ganz anderes Ziel aufgeführt ist als am Bahnsteig.
Die Neuerungen bei der Info treten im Dezember in Kraft - dann muss wegen der Eröffnung des neuen Stopps am Hirschgarten ohnehin, wie berichtet, das Liniennetz neu konzipiert werden.
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(SZ vom 06.03.2009/wib)
Partyzone Flußufer
Die neueste Antwort
wohl ablenken vom express-s- bahn dilemma.
vor ein paar tagen gab es ein sehr interressanten artikel ueber die nicht realisbare planung der express-s-bahn.
ganz schnell ist dieser artikel verschwunden, nachdem sich kritische stimmen ueber die tatsache geaeussert haben, dass diese probleme bei der s-bahn planung ja eigentlich schon immer bekannt war.
Als es gegen den transrapid ging, hat das rathaus mit unglaublicher schuetzenhilfe der sz damals die express-s-bahn als einzige wahre loesung, noch dazu sofort realisbar, proklamiert.
statt dessen gibt's jetzt peanuts zum knabbern.
Au weia sz, au weia herr ude.
Dies ist eine bankrotterklaerung.
... hab' ich vermisst, seitdem die Bandansagen eingeführt wurden :-)
Ich würde dem neuen Chef der S-Bahn mal empfehlen, zur Hauptverkehrszeit (zwischen 7 und 9 Uhr morgens z.B.) mit der S8 Richtung Flughafen zu fahren. Dort kann man froh sein, überhaupt einen Stehplatz mitten im Gang für sich und seinen Koffer zu bekommen. Wie da ein Brotzeitwagerl auch nur ansatzweise durchkommen soll, ist mir ein Rätsel, aber ich lasse mich gerne überraschen.
Zitat S-Bahn-Chef Bernhard Weisser: "Wir probieren das einfach mal aus"
Das Problem ist, daß wir Kunden bei allem was die S-Bahn in München anstellt und nur ein wenig außerhalb des Normalbetriebes ist, das Gefühl haben die Bahner wissen nicht was sie tun - sie probieren das einfach so lange mal aus bis es klappt - und das kann dauern.
Konträre bis keine Aussagen bei Problemen im Schienennetz. Infos nur auf das Wesentliche begrenzt, einen Service den Kunden im Problemfall Umleitungsempfehlungen zu geben gibt es nicht oder kann die Bahn nicht leisten - der MVG kann das.
Und die permanente Verdummung der Fahrgäste - S4 zum Ostbahnhof hat 10 Min. Verspätung - toll wir sind im 10 Min.Takt, das muß damit Zugausfall heißen.
Manchmal aber eben heißt das dann eben doch nicht Zugausfall und eine verspätete, völlig überfüllte S4 wird im Abstand von 3 Min. von einer völlig leeren S4 gefolgt. Hinweis darauf? Natürlich nicht.
Könnte noch zig Beispiele geben ....
Jetzt weiß ich, warum in den letzten beiden Tagen Züge der S5 und S7 ausgefallen sind. Grund war nicht der vorgeschobene Stellwerksausfall in Pasing. Nein, die Züge hat die Bahn gebraucht, um die künftigen S-Bahn-Saftschubsen auszubilden...
Bevor sich die Bahn Gedanken über einen neuen Service macht, sollte sie sich mal ihres Kerngeschäfts bzw. ihres eigentlichen Services annehmen. D. h. zuverlässig mit sauberen Zügen pünktlich die Kunden von A nach B bringen. Die ständigen Verspätungen, Zugausfälle und die schlechte Information der Kunden sind ja schon legendär. Obwohl das die Bahn natürlich ganz anders sieht. Eine Verspätung liegt ja da nur vor, wenn ein Zug mehr als 10 Minuten zu spät kommt. Bei einer S-Bahn-Fahrt z. B. von Germering nach München sind das aber schon fast 50%! Zugausfälle, wie z. B. in den letzten beiden Tagen bei der S 5, sieht die Bahn auch nicht so. Es sind hier ja nur die "Taktverstärker" ausgefallen. Und die gelten bei der S-Bahn ja nur als freundliche und freiwillige Geste gegenüber ihren Kunden. Und die Informationspolitik verbessert man bei Störungen auch nicht dadurch, dass man im Fünf-Minuten-Takt widersprüchliche Begründungen weitergibt.
So, jetzt bräucht ich erst mal a Hoibe. Auf zur Flughafen-S-Bahn.
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