Neuer Rosenmüller-Film Rosi Rastlos

Eine Weltreise, die in Bayern endet: Marcus H. Rosenmüller zeigt seinen neuen Film "Beste Gegend" in München.

Von Christian Mayer

Vor anderthalb Jahren stand der völlig unbekannte Marcus H. Rosenmüller erstmals auf einer Münchner Bühne, um sich in Jeans und Pullover einen Filmpreis abzuholen, den Förderpreis als bester Nachwuchsregisseur beim Münchner Filmfest. "Rosi", wie ihn inzwischen auch viele Leute aus der Branche nennen, musste nicht lange um Worte ringen: Er stellte sich breitbeinig wie ein Mittelstürmer hin, freute sich urgewaltig und redete ein so heftiges Bairisch, dass den smarten Managertypen im Publikum die Ohren klingelten.

Rosenmüller, Film, Beste Gegend

(Foto: Foto: Catherina Hess)

"Wer früher stirbt, ist länger tot", sein Erstlingswerk, wurde ein Überraschungserfolg im Kino, und Rosenmüller musste sich einen Anzug kaufen für die vielen Auszeichnungen, die folgten. Seitdem ist er im Dauereinsatz.

Es ist kaum zu glauben, dass der 34-Jährige aus Hausham am Tegernsee in sehr kurzer Zeit vier Filme abgedreht hat, zuletzt die Geschichte vom legendären Räuber Kneißl. Wer auch immer seinen Terminkalender verwaltet, es muss ein Höllenjob sein; bei all dem Stress wirkt Rosenmüller während der familiären Präsentation seines Jugendfilms "Beste Gegend" im Rio-Kino beängstigend entspannt.

"Ich mach' jetzt mal zwei Wochen Urlaub, ganz weit weg", verspricht der Regisseur. Es klingt so, als müsse er sich dazu zwingen. Seine Auftraggeber, die Constantin Film und das Bayerische Fernsehen, würden ihn ohnehin am liebsten festbinden.

"Beste Gegend", das darf man schon vor der Premiere am 2. Januar 2008 verraten, ist eine liebevoll-sehnsüchtige Hommage an Rosenmüllers Heimat und nach "Beste Zeit" Teil zwei einer Trilogie.

Dass die Zuschauer im Rio begeistert sind, ist kaum verwunderlich, schließlich sitzen hier viele Rosi-Freunde und zwei, drei griesgrämig dreinschauende Zuschauer, die von der Sprache, von der ganzen Rosenmüller'schen Naturkraft schlicht überfordert sind. Wieder einmal freut sich der Filmemacher ganz ungeheuerlich über den Applaus - er fordert seine Fans mehrmals auf, die Leute demnächst wieder in Scharen in die Kinos zu treiben.

Etwas schüchterner geben sich seine beiden großartigen Hauptdarstellerinnen, die im Film von der Weltreise nach dem Abi träumen. Anna Maria Sturm, in Schwandorf aufgewachsen, kann die Filmgeschichte gut nachvollziehen. "Bei uns musste man auch mit dem Radl zur Bahn fahren, der Weg zur Disco war sehr weit", erzählt die 24-Jährige.

Ihre Partnerin Rosalie Thomas, 20, die im Film die Rebellin gibt, zog im wahren Leben von München nach Berlin, um endlich mal das Chaos einer Großstadt kennenzulernen. Nur einer ist geblieben, wo er hingehört: Marcus Hausham Rosenmüller. Seine Jahre zwischen Fußballverein, Musikband, Elferrat und wilden Partys im Kornfeld hat er jetzt filmisch wohl bald restlos verarbeitet. Danach muss er sich vielleicht doch innerlich von seiner schönen Jugend verabschieden. Obwohl es zu schade wäre.