In der Lilienstraße in der Au können potentielle Käufer für ein paar Tage in neuen Wohnungen zur Probe einziehen. Der Kühlschrank ist gefüllt, die Semmeln bestellt.
Vor ein paar Jahren, es war Anfang August 2005, gab es Aufregung in der Lilienstraße in der Au. Das rund 100 Jahre alte Haus Nummer 8 wurde wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt. Es hatte sich zur Seite geneigt, weil auf dem Nachbargrundstück eine Tiefgaragenruine stand, die das Gebäude nicht mehr stützen konnte. Die Bewegung der Mauern war nicht mehr aufzuhalten. 20 Mieter mussten unverzüglich ihre Wohnungen räumen.
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Neuer Immobilien-Service: Vor der Kaufentscheidung mal kurz in die neuen Räume ziehen und Atmosphäre schnuppern. (© Foto: oh)
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Das Haus mit der Nummer acht wurde abgerissen und bereits wieder aufgebaut, jetzt ist auch die große Baulücke daneben, zu der insgesamt drei Grundstücke gehören, geschlossen. Auf eine bestimmte Art ist auch das aufregend. Denn hier hat sich ein moderner Neubau mit zehn großzügig geschnittenen Wohnungen eingefügt.
Markant ist die Fassade, die aus Faserzement-Platten besteht. Die Fenster sind raumhoch verglast; Rahmen und Sockel aus eloxiertem Aluminium. Die Dächer sind mit Kupferblech verkleidet. Diese Akzente verleihen dem Gebäude eine eigene Identität. Trotzdem, sagt Henning Dickhoff vom Büro a+p Architekten, bilde man mit den anderen Fassaden der unmittelbaren Nachbarschaft eine Einheit und ergänze das Straßenbild.
"Alles probiert man aus"
Ein neues Domizil der gehobenen Art ist also in der Au entstanden. Die kleinste Wohnung ist 140 Quadratmeter groß. Die meisten anderen haben eine Fläche zwischen 170 und 260 Quadratmetern, die man nach seinen Wünschen aufteilen kann. Die Quadratmeter-Preise liegen zwischen 5500 und 7500 Euro.
Wie aber fällt man auf als Vermarkter in diesem Segment der exklusiven Innenstadt-Häuser, um das es einen harten Wettbewerb der Bauträger gibt? Nicht nur mit der Architektur und interessanten Zugaben - etwa eigenen Steckdosen an den Autoparkplätzen in der Tiefgarage zum Aufladen von Elektrofahrzeugen. Jürgen Schorn, einer der Chefs von Bauwerk Capital, setzt außerdem auf ein - wie er betont - bisher einmaliges Servicekonzept: das Probewohnen.
"Alles probiert man aus, den neuen Anzug oder das neue Auto, warum nicht auch die neue Wohnung", sagt Schorn. Eine davon in der Lilienstraße 10 ist vom Ausstatter "Neue Werkstätten" eingerichtet worden. Der Kühlschrank ist gefüllt und es gibt einen morgendlichen Brötchendienst.
Von Anfang Februar bis Ende April kann man so Atmosphäre schnuppern - die der Wohnung, die des Gebäudes und natürlich auch die des Viertels. Mietnomaden haben aber keine Chance. Kaufinteresse muss glaubhaft geltend gemacht und eine Art Kaution hinterlegt werden.
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(SZ vom 30.01.2010/hes)
Trotz Kälte genug Strom
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zunächst möchte mich schon sehr am Kopf kratzen dass sie einen so ungefilterten, extrem nah an der Werbung vorbeischrammenden Artikel veröffentlichen. Was soll das? Die Information dass ein Probewohnen angeboten wird reicht doch eigentlich, da muss doch nicht noch lange beschrieben werden wie toll das haus ist.
Wo wir beim nächsten Punkt sind: "....bilde man mit den anderen Fassaden der unmittelbaren Nachbarschaft eine Einheit und ergänze das Straßenbild..." dass ich nicht lache! der k... braune Klotz sieht wirklich nicht sehr einladend. Gut die gegenüberliegenden Häuser sind auch nicht besonders, aber wenigstens dürfen da noch "normale" Menschen Wohnen. Ich finde es tottraurig und furchtbar dass alle schönen, gemütlichen Viertel zu "Luxusquartieren" gemacht werden müssen. Die Gentrifizierung überlebt kein Stadtteil.