Neue U-Bahnlinie in München So soll die U9 aussehen

So sähe die geplante U-Bahn-Verbindung U9 aus.

Droht den Schwabingern eine riesige Baugrube an der Leopoldstraße? Weil U3 und U6 schon jetzt dicht an dicht fahren, soll die neue U-Bahnlinie U9 die Trasse entlasten. Dass der Bau knifflig werden könnte, räumt MVG-Chef König ein, über die Kosten kann er noch nichts sagen.

Von Marco Völklein

Wenn alles so kommt, wie Herbert König sich das vorstellt, dann könnte in zehn oder 15 Jahren eine riesige Baugrube in der Leopoldstraße klaffen. Dann würde die Stadt den U-Bahnhof Giselastraße erweitern und in dieser Baugrube bis hinauf zur Münchner Freiheit zwei zusätzliche Gleise im Boden vergraben.

"Anders geht es nicht", sagt König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), allein wegen des bestehenden Tunnels. Die Baustelle in Schwabing würde dann veranschaulichen: Hier entsteht eine neue U-Bahn-Linie. Die U9. Mit der will König "mittel- bis langfristig" das U-Bahn-Netz entlasten. "Baulich und betrieblich" sei die Idee umsetzbar. Das zeigt eine erste Studie, die der MVG-Chef am Dienstag vorstellte. Selbst Oppositionspolitiker und Vertreter von Fahrgastverbänden, die sonst immer etwas zu kritisieren haben, zeigten sich beeindruckt: "Das Konzept ist durchdacht und logisch", befand etwa Matthias Hintzen vom Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr (AAN).

Die neue Trasse könnte an der Implerstraße ausfädeln und über Theresienwiese, Hauptbahnhof und die Pinakotheken bis zum U-Bahnhof Giselastraße geführt werden. Zudem ist, etwa in einer zweiten Ausbaustufe, eine Anbindung an die U2-Trasse am Bahnhof Theresienstraße denkbar. An den Pinakotheken sowie am Hauptbahnhof müsste jeweils ein neuer U-Bahnhof entstehen, die Stationen an der Implerstraße, der Theresienwiese, der Theresienstraße sowie an der Giselastraße müssten um jeweils ein oder zwei Gleise und Bahnsteige erweitert werden.

Abbildung: Beispiel für mögliches U-Bahn-Liniennetz 202x (mit U9-Spange).

"Danach sind wir an der Grenze"

Mit der neuen Trasse will König vor allem die bestehenden Strecken und Bahnhöfe in der Innenstadt entlasten. Dort fahren auf Teilabschnitten jetzt schon die Züge im Berufsverkehr dicht an dicht; vor allem aber drängeln sich die Passagiere in den Umsteigebahnhöfen, etwa am Sendlinger Tor oder am Odeonsplatz. Auf lange Sicht müsse man hier allein schon wegen des Brandschutzes eine Entlastung erreichen, sagt König.

Zwar will die MVG von 2016 an den Sendlinger-Tor-Bahnhof umbauen; zudem will König, sobald die neu bestellten U-Bahn-Züge da sind, auf einzelnen Abschnitten in der Innenstadt die Bahnen in einem noch kürzeren Takt fahren lassen. "Danach allerdings sind wir definitiv an der Grenze", sagt der MVG-Chef. Zugleich aber drängen in den nächsten Jahren weitere Neubürger ins Netz. Bis 2030, so schätzt das Planungsreferat, dürfte die Einwohnerzahl der Kernstadt von jetzt fast 1,4 auf 1,65 Millionen klettern, ähnlich sieht es für die Region aus. Um den Andrang bewältigen zu können, müsse man das bestehende Netz entlasten, sagt König.

Auf der neuen Trasse könnte künftig eine neue Linie, eben die U9, von Garching über den Hauptbahnhof bis nach Großhadern und weiter nach Martinsried geführt werden (der Freistaat und die Gemeinde Planegg verhandeln seit einiger Zeit über eine Verlängerung). Damit wäre auch die Fröttmaninger Arena mit dem Hauptbahnhof verbunden. Weil so auf der bestehenden Trasse von U 3 und U 6 Kapazitäten frei würden, könnten dort zusätzliche Züge eingesetzt und über den Scheidplatz mit der U2 im Norden verknüpft werden.