150 Kundendaten griffen die Täter mit dem manipulierten Lesegerät ab und filmten die Eingabe der Pin-Nummern am Bankomaten. Solche Videoleisten lassen sich laut LKA unbemerkt am Automaten befestigen. Erst nach 14 Tagen flog alles auf, weil immer mehr Kunden sich über ihr leergeräumtes Konto beschwerten. Zwischenzeitlich hatten die Täter längst die Kontodaten auf so genannte "white plastics" - also Kartenrohlinge - gedruckt und von ausländischen Bankomaten aus die Konten geplündert. "Bei einem deutschen Automaten funktionieren die 'white plastics' nicht", sagt Eduard Liedgens.

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Die Bank zahlt

Etwa 30 Fälscher haben Liedgens und seine Truppe in diesem Jahr schon hinter Gitter gebracht. Hauptsächlich stammen sie aus Rumänien. Zu der Frage nach dem Grund hat Liedgens seine eigene Theorie: "Das Land wird momentan vom Westen überrollt", sagt er. Große Konzerne siedeln sich dort an, ein Wirtschaftsraum entsteht, in dem die rumänischen Fachkräfte aber mit rund 200 Euro im Monat abgespeist werden. "Auf der Täterseite ist weit mehr zu verdienen - und so können einige der Verlockung nicht widerstehen."

Diese Fachkräfte ersinnen Techniken und Tricks, perfektionieren ihre Maschen so, dass sie kaum noch durchschaubar sind. Die Täter sichern sich sogar dahingehend ab, dass nicht einmal ihre eigenen Leute, die die Geräte abmontieren und nach Rumänien bringen, in Versuchung kommen, die Daten zu missbrauchen. "Selbst wenn die Monteure mit den Aufsatzgeräten festgenommen werden, könnte man sie auf einer normalen Polizeidienststelle nicht entschlüsseln", sagt Liedgens.

Trotzdem: Auch diese Täter hinterlassen elektronische Spuren. Und die Gegenseite ist mittlerweile so gut vernetzt, dass Polizei, Staatsanwaltschaft und Notenbanken länderübergreifend ermitteln. Auch die Banken reagieren: An vielen Bankomaten sind Warnhinweise angebracht und Sparkassen wie auch Postbanken haben die Türzugangsanlagen deaktiviert. Das heißt, die Türen zu den Vorräumen bleiben auch nachts offen. "Und selbstverständlich erstattet die Bank den Kunden das gestohlene Geld zurück", sagt Postbank-Sprecher Ralf Palm. Zu jährlichen Schadenssummen allerdings will er sich nicht äußern.

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(SZ vom 19.09.2008/sonn)