Neue Regeln fürs Oktoberfest Mit "Secu-Fence-Boxen" gegen die Überfüllung

Schmid will außerdem stärker als früher einer Überfüllung der Theresienwiese vorbeugen - mit Lautsprecherdurchsagen, Meldungen über Rundfunk und soziale Medien und erstmals auch einer automatisierten Besucherzählung. Wenn das Gelände überfüllt ist, käme "als letzte Maßnahme" die zeitweise Sperrung der Zugänge zur Wiesn infrage, vor allem an der Bavaria und am Behördenhof.

Notfalls müssten diese abgeriegelt werden, mithilfe der Polizei und ausfahrbaren Zäunen, sogenannten Secu-Fence-Boxen. Bierzeltgäste, die an diesen Tagen reserviert haben, kämen dann nur noch mit Reservierungsbändchen auf das Gelände, die sie von den Wiesnwirten rechtzeitig erhalten.

Ein Zaun ist im Gespräch

Der neue Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle steht diesen Plänen offen gegenüber - seine Behörde muss das Konzept genehmigen. Ein Zaun von ein paar Hundert Metern Länge sei eine naheliegende Überlegung, um die Zahl der Menschen auf dem Oktoberfest unter Kontrolle zu behalten. Allerdings müsse das so geschehen, dass keine Falle für die Besucher entsteht, die schon auf dem Gelände sind und bei einer Panik schnellstmöglich weg wollen.

Nicht zuletzt wird sich der Arbeits- und Wirtschaftsausschuss in der Sitzung damit befassen, wie wichtig die Tradition eines Wiesnbetriebs im Kriterienkatalog der Stadt sein soll. In den vergangenen Jahren sind wiederholt Hühnerbratereien von der Wiesn geflogen, die über Jahrzehnte dort einen Stand hatten. Das führte auch zu Auseinandersetzungen vor Gericht.

Der Tradition will die Stadt nun Rechnung tragen, indem sie künftig Betrieben, die seit mehr als 40 Jahren auf der Wiesn stehen, deutlich mehr Punkte im Katalog zubilligt. Entscheidend ist dabei nicht das Baujahr, sondern das Alter des Grundkonzepts des Betriebs. Wer noch keine 40 Jahre auf der Wiesn steht, bekommt gar keine Punkte, und für 110 Jahre gibt es 44 Punkte. Insgesamt sind im geplanten Bewertungssystem theoretisch 396 Punkte erreichbar.

Auf dem Oktoberfest soll es erstmals Zugangskontrollen geben

Rucksäcke sind tabu, Zelte öffnen später - damit soll die Wiesn sicherer werden. Im Notfall wird das ganze Festgelände mit einem zwei Meter hohen Zaun abgesperrt. Von Franz Kotteder mehr ...