68 Mitarbeiter bekommen in diesen Tagen die Kündigung: Die neue Betreibergesellschaft übernimmt ab 1. Juli weder Format noch Personal.
"Der Sender ist erledigt", sagt Insolvenzverwalter Stephan Jaeger und verhehlt seine Enttäuschung nicht. Nach der Pleite Mitte Februar hatte der Rechtsanwalt das Unternehmen per Gerichtsbeschluss übernommen und ein Ziel vor Augen: Wenn er schon die Lizenz nicht mehr zurückbekam, sollte die neue Betreibergesellschaft zumindest Technik und Team in die künftige Produktion einbinden.
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Dass Jaeger nun nur noch die Zerschlagung des Unternehmens bleibt, liegt zum Teil an der rechtlichen Situation. Die neuen Gesellschafter hatten Angst davor, auch nur den Fuß in den insolventen Sender zu setzen, weil ihnen der "Betriebsübergang" nach § 613 a Bürgerliches Gesetzbuch drohte. Im Klartext: Würde auch nur ein Mitarbeiter nahtlos aus dem alten Unternehmen in die neue Gesellschaft wechseln, müssten auch alle anderen übernommen werden.
Lizenz bis 2013 befristet
Genau das aber wollen die neuen Bosse nicht. "Die wollen einen Neuanfang und ganz sicher den Erfolg", sagt der Präsident der Bayerischen Medienzentrale, Wolf-Dieter Ring. Seit dem Medienratsbeschluss vom vergangenen Donnerstag verfügen die acht Gesellschafter über eine bis zum 1. Juli 2013 befristete Lizenz.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass drei Männer das Zepter in die Hand genommen haben: Focus-Chefredakteur Helmut Markwort, Verleger Dirk Ippen (Merkur-Gruppe) und Johannes Muhr (Oschmann-Gruppe). Markwort hält 14 Prozent über seine Medienpool TV GmbH, mit weiteren 14 Prozent ist er über die Focus TV Produktions GmbH beteiligt. Ippen hält für den Münchner Zeitungsverlag 16 Prozent der Anteile, Muhr zeichnet für die Neue Welle - Antenne München (12 Prozent) verantwortlich. Mit dabei sind noch Goldstar TV (10), Studio Gong (16), die Augsburger RT.1 GmbH (10) und Franz Georg Strauß' M 2 Media (8).
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