Neubau des Eissportzentrums Eine neue Sporthalle für München

Politischer Erdrutsch: Im Olympiapark wird ein neues Eissportzentrum gebaut. Dort sollen möglicherweise auch die Profi-Basketballer des FC Bayern unterkommen.

Von Silke Lode

In einem gemeinsamen Antrag haben sich SPD, CSU, Grüne und FDP darauf festgelegt, am Standort des bisherigen Eissportzentrums im Olympiapark eine neue Halle zu bauen. Auch der Aufsichtsrat des Olympiaparks hat dem zugestimmt. Unklar ist allerdings, bis wann die neue Halle fertig sein soll. Die politischen Fraktionen haben zunächst von der Verwaltung Planungskonzepte gefordert, die bis Ende 2013 vorliegen sollen. Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack sollen hier künftig auf Vereins- und Leistungsniveau stattfinden, für die Basketballer des FC Bayern wird ebenfalls eine Tür offengehalten.

Der fraktionsübergreifende Konsens kommt einem politischen Erdrutsch gleich. Mit ihrem Antrag will die Politik auch ein Signal an den FC Bayern sowie den EHC senden. "Für die Vereine könnte das ein Anlass sein zu erklären, ob sie die neue Halle nutzen wollen oder nicht", sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. Davon hängt ab, wie groß die Anlage wird und für welche Sportarten sie geeignet sein soll. So hatte der FC Bayern im Frühjahr dem Olympiapark-Aufsichtsrat mitgeteilt, dass sich der Klub nicht nur 7500, sondern 10 000 Plätze wünscht. Mindestens 7000 Plätze soll die Halle laut Reissl auf jeden Fall haben - "es sei denn, die Vereine wollen etwas anderes". Noch im Frühjahr war darüber nachgedacht worden, eine neue Halle auch für Konzerte, Musicals und andere Veranstaltungen auszulegen. Diese Idee ist nun auch aus Kostengründen vom Tisch.

Während Reissl es für völlig verfrüht hält, über Baukosten zu reden, spricht CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer von 80 bis 90 Millionen Euro. Zur Finanzierung kann Schmidbauer sich eine Kooperation zwischen der Stadt und den Vereinen in einem Public-Private-Partnership-Projekt vorstellen. Alternativ sei es denkbar, dass die Stadt als alleinige Bauherrin auftritt und die Vereine - sofern sie denn zusagen - über langfristige Verträge als Mieter im Boot sind. "Das ist alles noch offen", sagt Schmidbauer. Unklar ist auch, bis wann die neue Halle stehen könnte - und was eigentlich während der Bauzeit passiert. Da der Stadtrat am bisherigen Standort bauen will, geht Olympiapark-Sprecher Arno Hartung davon aus, dass man zumindest eine gewisse Zeit lang ohne die Eishalle auskommen müsse. "Vielleicht ist es ja möglich, dass wir wenigstens den Kernbereich für Eishockey erhalten oder zumindest nur eine Saison auslassen", sagt Hartung. Von einem "Engpass" spricht auch Alexander Reissl, doch er ist überzeugt, dass sich zum Beispiel mit einer modularen Bauweise dafür eine Lösung finden werde.

Trotz aller Unbekannten betonte Hartung, dass der Olympiapark die Initiative des Stadtrats begrüßt. Damit sei endlich der Stillstand aufgebrochen, der seit dem Scheitern der Bewerbung um die Winterspiele 2018 anhält. Noch länger warten - etwa bis über eine weitere Olympiabewerbung entschieden ist - will auch der Stadtrat nicht, denn Teile des Eissportzentrums sind mehr als 40 Jahre in Betrieb und müssen dringend saniert werden.