Nein zur dritten Startbahn Plakate haben's auch nicht immer leicht

Nina Ruge war dafür, Wolfgang Fierek und sogar Reinhold Messner. Nur die Münchner nicht. Nach der Niederlage hadern die Startbahnbefürworter mit der Kampagne der Werbeagentur, mit ihren Partnern im Bündnis - und mit der Wirtschaft.

Von Dominik Hutter und Marco Völklein

Hans-Werner Sinn war dafür, Wolfgang Fierek, Uschi Glas und Michael Käfer. Nur die Münchner nicht. 54,3 Prozent haben beim Bürgerentscheid mit Nein gestimmt und damit auch der Kampagne der Werbeagentur Heller & Partner für die dritte Startbahn eine Absage erteilt.

Drei spöttische "Danke"-Plakate haben die Bürger von Attaching an ihrem Dorfladen aufgehängt. Sie nehmen damit die prominenten Startbahn-Befürworter aufs Korn. Hier: Nina Ruge.

(Foto: Marco Einfeldt)

Dabei hatten die Ausbaugegner anfangs große Angst vor der Professionalität und Finanzkraft der Befürworter. Eine Million Euro floss vom Flughafen in die Kampagne. Als sich aber die ersten Promis outeten und ebenso staatstragende wie emotionsarme Plakate am Straßenrand auftauchten, wich die Sorge der Erleichterung: Das Herz der Münchner würde sich mit dieser wirtschaftslastigen Kampagne nicht erobern lassen.

Eine Einschätzung, die sich bestätigte - zumal auch kaum eines der großen Münchner Unternehmen die Kampagne öffentlich unterstützte. So hatte sich der Chiphersteller Infineon erst fünf Tage vor der Abstimmung für die Startbahn eingesetzt, als einziger der sieben Münchner Dax-Konzerne. Bei einem anderen Dax-Unternehmen sagte der Vorstandschef zunächst spontan zu, die Pro-Initiative zu unterstützen; er wurde dann aber von seinen eigenen Kommunikationsexperten gestoppt, die Gefahren für das Image des Unternehmens sahen.

Es habe zwar "Zusagen von größeren Unternehmen" gegeben, räumt Maximilian Böltl von Heller & Partner ein. Es sei aber nicht gelungen, diese "in eine faktische Unterstützung münden zu lassen". Schuld an der Zurückhaltung der Firmen seien auch Boykottaufrufe der Ausbaugegner gewesen, sagt Böltl.