Die übermütigen Zwillinge halten Mutter Leila ganz schön auf Trab. Doch aufgepasst: Sonst setzt's eins mit der sibirischen Tigertatze!
Als die beiden Tierpfleger Peter Hübner und Thomas Kaindl am Morgen des 27. Mai in die Tiger-Höhle des Tierparks Hellabrunn blickten, sahen sie neben der sibirischen Raubkatze Leila zwei winzige Köpfchen aus dem Stroh spitzen: Nach 100 Tagen Tragzeit hatte die Tigerin in der Nacht gesunde Zwillinge geboren. Vater ist der neunjährige Tiger Taro, der im November aus Berlin nach München kam.
Tigerkatze Leila mit einem ihrer Babys im Tierpark Hellabrunn (© Foto: ddp)
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Zu Beginn waren die Kleinen völlig hilflos und ganz auf ihre Mutter angewiesen: "Leila ist wie alle Tigermütter sehr fürsorglich und hat ihre Kinder zunächst völlig abgeschirmt", sagt Zoo-Pressesprecherin Doris Schwarzer.
Nun sind die Tiger-Babys sechs Wochen alt und erkunden immer neugieriger ihre Umgebung. Dabei werden sie oft ganz schön übermütig. Mama in den Hals beißen, mit der Pfote im Gesicht herumtapsen oder sie als Turngerät missbrauchen - Leila muss sie manchmal auch in die Schranken weisen: "Sie erzieht ihre Kinder richtig", sagt Doris Schwarzer. Zwei Jahre werden die Kleinen an der Seite ihrer Mutter bleiben, um alle Raffinessen des Jagens zu erlernen.
Namen haben die kleinen Raubkatzen noch keine, der Zoo sucht noch nach Paten. Unterscheiden können auch die Tierpfleger, die das Familienidyll bisher von außen betrachten, die Zwillinge nur, wenn sie nebeneinander stehen: Das kleine Tigerkätzchen ist größer als ihr Bruder.
Der sibirische Tiger ist die größte alle Raubkatzen und kann bis zu 250 Kilogramm schwer werden. Weltweit gibt es mehr Tiger in zoologischen Gärten als in freier Wildbahn. Sie werden immer noch gejagt, da nach dem Glauben der Einheimischen fast alle Körperteile der Tiere als Heilmittel gelten.
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