Nachruf Die Freiheit der Meere

Karla Schenk umrundete 1970 mit ihrem Mann auf ihrer Yacht erstmals die Welt.

(Foto: ocean7/Gernot Weiler)

Seglerin Karla Schenk ist gestorben

Wenn jemals der Spruch, hinter einem erfolgreichen Mann stehe auch eine starke Frau, seine Berechtigung hatte, dann bei Karla Schenk. Die studierte Apothekerin, gebürtig aus Stolp im ehemaligen Pommern, heiratete 1965 den Jurastudenten Florian "Bobby" Schenk. Dass dieser Bobby Schenk, von Beruf ja Staatsanwalt und Richter, sehr bald schon Deutschlands berühmtester Weltumsegler und Autor zahlloser Fachbücher werden konnte, verdankt er vor allem seiner Frau Karla.

Die einstige deutsche Tischtennismeisterin hatte nicht nur ebenfalls all die Lizenzen zum Führen von Schiffen in internationalen Gewässern und zum Steuern von Privatflugzeugen absolviert, sie hatte vor allem die nötige Ruhe und Hartnäckigkeit, die man braucht, um große Abenteuer zu bestehen.

1970 umrundete das Ehepaar Schenk mit ihrer Yacht Thalassa erstmals die Welt, 1979 führte sie die Lust am Blauwassersegeln für mehrere Jahre in die Südsee, aus der sie 1983 über das gefürchtete Kap Horn dann zurück ins Mittelmeer segelten. 1990 machte dann auch Karla Schenk im Alter von 58 Jahren die Privatpilotenlizenz, um zusammen mit ihrem Mann in einer einmotorigen Maschine mehrmals den Atlantik zu überqueren. Von 2000 bis 2010 waren Bobby und Karla Schenk wieder mit dem Schiff unterwegs, lebten dabei fünf Jahre in der Inselwelt von Malaysien. Wer Karla Schenk jemals auf einem Segelschiff erleben durfte, konnte spüren, wie sehr diese großartige Frau die Freiheit der Meere liebte. Sie starb nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren in einem Starnberger Pflegeheim.